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Wolfs-Mahnwache in Delmenhorst Weidetierhalter und Kreislandvolk sorgen sich um ihre Tiere

Von Lennart Bonk, Lennart Bonk | 14.05.2017, 11:36 Uhr

Bei einer Mahnwache haben Weidetierhalter auf die Gefahren der ansteigenden Wolfspopulation hingewiesen. Die Tierhalter verfolgen die Entwicklung mit Sorge.

Ihre Forderung ist drastisch: Der Wolf muss wieder ins Jagdrecht aufgenommen werden. Nur so könne der Anstieg der Wolfspopulation in Deutschland im Zaum gehalten und für den Schutz der Weidetiere gesorgt werden, meint Georg Menke. Er ist Teil des Zusammenschlusses aus Weideviehhaltern aus Delmenhorst sowie dem Landkreis Oldenburg und dem Kreislandvolk, der am Freitagabend eine Mahnwache auf der Highland-Weide an der Adelheider Straße abgehalten hat. Knapp 30 Tierhalter sowie Interessierte sind zu der Mahnwache erschienen.

Stückzahl der Wölfe müsse begrenzt werden

„Wir wollen nicht, dass der Wolf ausgerottet wird. Wir wollen auf die Gefahr hinweisen, auf die wir zulaufen“, betont Menke, der in Ganderkesee Galoway-Rinder hält. Lediglich die Stückzahl der Wölfe, die in Deutschland und vielen EU-Ländern unter Schutz stehen, müsse begrenzt werden. Der Wolf kann sich Menkes Ansicht nach in Waldgebiete zurückziehen, in denen wenig Menschen leben.

Wolfsbestand kann bis 2030 auf 9000 Tiere ansteigen

In Niedersachsen wurde der Wolfsbestand für das vergangene Jahr vom Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz auf rund 80 Exemplare geschätzt. In ganz Deutschland sind es Schätzungen zur Folge über 400 Exemplare. Laut Menkes Berechnung der Populationsentwicklung veranschlagt er, dass bis 2030 der deutschlandweite Wolfsbestand auf 9000 Tiere ansteigen wird. Er rechnet dabei mit einem jährlichen Zuwachs von 35 Prozent und einem natürlichen Schwund von zehn Prozent pro Jahr.

Entwicklung bereitet Tierhaltern Sorgen

„Wir machen uns richtige Sorgen“, erklärt Menke und betont, „Wir können unsere Tiere nicht vor dem Wolf schützen.“ Weidezäune könne der Wolf bis zu einer Höhe von 1,40 Metern problemlos überwinden. Und wolfssichere Zäune seien für die Tierhalter viel zu teuer. Zwar entschädigt das Land Niedersachsen die Halter bei einem Wolfsriss, jedoch wiegt die Entschädigung,laut Menke den Wert des gerissenen Weidetieres kaum auf. Zwar hat es in den vergangenen Jahrzehnten in Delmenhorst und im Landkreis Oldenburg keine Wolfsrisse gegeben, aber die prognostizierte Entwicklung bereitet den Tierhaltern Sorgen.