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Wollepark-Streit eskaliert Fraktionen fordern Ratsfrau Sassen zum Rücktritt auf

Von Michael Korn | 17.05.2017, 20:55 Uhr

Hintergrund sind die Behauptungen von Eva Sassen (Bürgerforum) im Zusammenhang mit mutmaßlicher Zwangs- und Kinderprostitution im Wollepark. SPD/Piraten, Grüne und FDP gehen nun gegen die Ratsfrau vor.

Der Konflikt um Prostitutions-Behauptungen durch Ratsfrau Eva Sassen (Bürgerforum) für den Wollepark eskaliert: Eine politische Allianz aus der Ratsgruppe SPD/Piraten, den Grünen und der FDP hat Sassen am Mittwochabend zum Rücktritt aus dem Stadtrat aufgefordert. Auslöser seien ihre jüngsten, haltlosen Vorwürfe, die Stadtverwaltung und damit auch die Ratsmitglieder würden im Wollepark dulden, dass Kinder zu pornografischen Aufnahmen missbraucht würden und trotz der Kenntnis davon nicht einschreiten, heißt es in einer Mitteilung. Sassen lehnte die Aufforderung zur Mandats-Niederlegung gegenüber dem dk als „absurd“ ab.

Fraktionen: Pathologische Rundumschläge

Diese Behauptungen weist der Zusammenschluss der Fraktionen von sich: „Aus den anfänglich häufig als Clownereien belächelten Aktionen von Frau Sassen sind inzwischen fast schon pathologisch zu nennende Rundumschläge gegen alles und jeden geworden. Frau Sassen schadet sich, dem Rat und der ganzen Stadt enorm und muss sich fragen lassen, ob Sie als Ratsmitglied geeignet und tragbar ist“, erklärt Andreas Neugebauer (Piraten). „Als Mutter und Ratsmitglied bin ich entsetzt, mich solchen Vorwürfen ausgesetzt zu sehen. Das hat nichts mehr mit Politik zu tun, offensichtlich geht es Frau Sassen inzwischen darum, Menschen zu diskreditieren und zu beschädigen“ bekräftigt die Fraktions- und Gruppenvorsitzende Bettina Oestermann. „Mit einer einfachen Entschuldigung ist es inzwischen nicht mehr getan. Frau Sassen muss ihr Mandat niederlegen. Zu ihrem eigenen Schutz und im Sinne der Stadt“, ergänzt Grünen-Fraktionsvorsitzende Marianne Huismann. „ So ein Verhalten geht gar nicht. Man kann nicht ständig verbal um sich schlagen. Frau Sassen muss endlich Konsequenzen ziehen“, so FDP- Fraktionsvorsitzender Murat Kalmis. Die Gruppe SPD/Piraten wird das Verhalten von Eva Sassen im nächsten Verwaltungsausschuss und im Stadtrat thematisieren.

Sassen erfuhr von der Rücktrittsforderung am Abend erst vom dk. Sie sagte, es dürfe nichts vertuscht werden. Sie sei froh, wenn etwas aufgedeckt werden kann. Sie haben einen Antrag gestellt, das Thema im Verwaltungsausschuss zu beraten. Es gebe keinen Anlass, ihr Mandat niederzulegen.