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Workshop mit Europameister Robeat erklärt in Delmenhorst das Beatboxen

Von Alexander Schnackenburg | 01.10.2015, 17:40 Uhr

Beatboxen, das heißt Arbeit, Arbeit, Arbeit. Das vermittelt der Europameister Robeat in der Divarena.

DELMENHORST. Das Zirpen der Zikade imitiert er nahezu perfekt, jenes der Grille noch nicht ganz so gut. Zumindest ist Robeat, mit bürgerlichem Namen Robert Wolf, selbst nicht zufrieden mit seiner Grille. Er möchte noch an ihr arbeiten. Und genau das ist sein Stichwort: Arbeit. Gutes Beatboxen hat in seinen Augen, jenen eines Europameisters, weniger mit Talent als mit Fleiß zu tun. Bis zu sechs Stunden täglich übe er. All dies erzählte er am Donnerstagabend den Gästen seines Beatbox-Workshops in der Divarena.

Über 200 Auftritte im Jahr

Nicht zuletzt dank zahlreicher Videos auf „You Tube“ erfahre das Beatboxen derzeit einen Boom in Deutschland, so der 26-jährige. Über 200 mal jährlich trete er auf, in manchen Jahren sogar über 300 mal. In Delmenhorst scheint sich das Interesse an der Kunst, die sich in den achtziger Jahren aus dem Hip Hop heraus entwickelt hat, gleichwohl begrenzt zu sein: Den ersten Workshop Robeats am Donnerstag sagten die Veranstalter mangels Interesse ab. Zum zweiten am Abend erschien gerade einmal eine Hand voll Teilnehmer.

Frosch und Kröte

Ein guter Beatboxer versteht es, allein mit dem Mund diverse Schlaginstrumente und Zischlaute zu imitieren, den Sound ganzer Bands. Robeat, geboren und aufgewachsen in Esslingen bei Stuttgart hat die Kunst für sich noch ein bisschen ausgedehnt: Er imitiert alles, was ihn interessiert, wobei er, wenn nötig, Jahre lang einzelne Töne verfeinert, bis er mit ihnen zufrieden ist. Derzeit etwa eifert er im stillen Kämmerlein Frosch und Kröte nach.

ABC des Beatboxens

Dem Publikum in der Divarena versuchte der Alleinunterhalter, der bereits 2007 den dritten Platz in Dieter Bohlens TV-Sendung „Das Supertalent“ davon getragen hatte, allerdings erst einmal das „ABC des Beatboxens“ zu vermitteln: „rhythmisches Atmen mit Konsonanten“, wie er es charakterisierte. Alles beginne mit einem Base-Drum, dem mit eng aufeinander gepressten Lippen ausgestoßenen „P“. Es folgten die bereits wesentlich schwierigeren Snare-Drums, Laute, für die der Beatboxer Luft einsauge, um sie zu erzeugen, ausgehend vom „f“, „t“ und „h“.

Die Teilnehmer des Workshops folgten Robeat auf der Bühne eifrig und mit Freude. Allein Robeats Aussage, dass man schon das schlichte „P“ etwa eine Million mal trainieren müsse, ehe es überzeugend klinge, schien das Publikum dann doch abzuschrecken. Umso mehr, als sie der Künstler auch über mögliche Verletzungen durch das Üben ins Bild setzte – den Zungenkater etwa.