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Wunsch nach Aufmerksamkeit Delmenhorster Seniorenbeirat beklagt Desinteresse

Von Yannick Richter, Yannick Richter | 30.03.2016, 22:07 Uhr

Der Seniorenbeirat der Stadt Delmenhorst zeigt sich enttäuscht über das fehlende Interesse an seinen Sitzungen und Veranstaltungen. Das Gremium wünscht sich von den Bürgern und der Presse mehr Aufmerksamkeit.

„Ich war einmal mehr negativ überrascht, welch geringes Interesse diese Veranstaltung hervorgerufen hat“, bringt Ulf Kors, stellvertretender Vorsitzender des Seniorenbeirates (SBR) der Stadt, seine Enttäuschung über das Desinteresse an der Arbeit des Gremiums zum Ausdruck.

Kaum Besucher bei Veranstaltungen

Das Fass zum Überlaufen brachte eine Informationsveranstaltung zur Nutzung der elektronischen Gesundheitskarte, bei der neben dem Referenten und Mitgliedern des SBR lediglich zwei weitere Gäste teilnahmen. „Dies war für mich beschämend, und dem Referenten ging es wohl nicht anders“ hadert Kors. „Wir bemühen uns, Themen, die in erster Linie ältere Mitbürger und deren Angehörige ansprechen, herauszusuchen und durch Referate anschaulich und verständlich zu machen“, sagt Kors weiter. (Weiterlesen: Kostenlose Energiespartipps für Einkommensschwache) 

Seniorenbeirat ist ratlos

„Durch die Veranstaltungen erhalten die Teilnehmer die Möglichkeit, Informationen von Experten aus erster Hand zu bekommen und konkrete Fragen an Referenten zu stellen. Dass diese Chance auf so wenig Zuspruch stößt, ist für mich unverständlich“, klagt Kors und kritisiert mit Bezug auf die jüngste Veranstaltung dabei nicht nur die Senioren der Stadt: „Dieses Thema geht nun beileibe nicht nur unsere älteren Mitbürger etwas an“. Grundsätzlich habe der SBR großes Interesse daran, Themen aufzugreifen, die nicht nur für Senioren, sondern auch für andere Teile der Bevölkerung relevant seien, so Kors. (Weiterlesen: Seniorenbeirat Delmenhorst feiert 20-jähriges Bestehen) 

Oberbürgermeister Axel Jahnz appelliert an Kampfgeist

Oberbürgermeister Axel Jahnz rät dem Seniorenbeirat trotz der Enttäuschung, „nicht in Frust überzugehen, sondern sich weiterhin Gehör zu verschaffen. Es ist wichtig, weiter in die Offensive zu gehen. Bei mir genießt das Gremium nach wie vor eine hohe Wertschätzung“, sagt Jahnz.

Meyer-Garbe: Mehr Werbung in der Öffentlichkeit

Auch Andrea Meyer-Garbe, SPD-Fraktionsvorsitzende, hält die Arbeit des Seniorenbeirates für „unverzichtbar“. „Durch seinen Sitz und der Stimme in den Ratsgremien vertritt er die Belange der Senioren und weist damit auch auf Themen und Bedürfnisse hin, die ansonsten nicht oder nur in geringem Maße diskutiert werden“, sagt Meyer-Garbe: „Um das Interesse zu wecken, sollten Veranstaltungen in der Öffentlichkeit verstärkt beworben werden.“

Ogonovski: Präsenz in neuen Medien verstärken

Der Fraktionsvorsitzende der CDU, Kristof Ogonovski, pflichtet ihr bei: „Das nachlassende Interesse am Seniorenbeirat, ist sehr bedauerlich. Das Gremium leistet hervorragende Arbeit, macht sich für die Senioren stark und fördert die Anliegen älterer Mitmenschen.“, so der Ratsherr, der auch einen Tipp parat hat: „Der Seniorenbeirat sollte mehr Präsenz in den neuen Medien zeigen. Die Zeiten, in denen das Internet kaum Senioren erreicht, sind längst vorbei.“

Forderung nach mehr Aufmerksamkeit

Für die Zukunft wünscht sich Kors, dass sowohl die Sitzungen als auch die Veranstaltungen des SBR in der Öffentlichkeit mehr Platz finden und besser besucht werden. Dabei nimmt er auch die Presse in die Pflicht. „Ich hoffe, dass wir zukünftig enger mit den Pressevertretern zusammenarbeiten und die Presse als Multiplikator fungiert, um auf Themen hinzuweisen“, fordert Kors.