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Zehn Jahre nach Drama um Nazi-Hotel Erinnerung an großen Zusammenhalt in Delmenhorst

Von Thomas Breuer | 30.08.2016, 21:54 Uhr

Ziemlich genau zehn Jahre ist es nun her, dass Delmenhorst im Kampf gegen ein geplantes Schulungszentrum für Neonazis im ehemaligen Hotel am Stadtpark großen Zusammenhalt bewiesen hat. Daran soll am 3. September erinnert und gefeiert werden.

Eine grünende Wiese im Zentrum der Stadt, die leistet sich nicht jede Kommune. Delmenhorst hat sie sich im Frühjahr 2009 mit der Abrissbirne zurückerobert. Damals fiel das Veranstaltungszentrum Delmeburg und das Hotel am Stadtpark.

Gut zwei Jahre zuvor hatte die Stadt über ihre Wohngesellschaft GSG das Hotel angekauft – nach einem fünfmonatigen Kampf gegen Bestrebungen der rechten Szene, die Immobilie zu übernehmen und ein Schulungszentrum einzurichten. Zuvor hatten in Delmenhorst alle demokratischen Kräfte einen beispiellosen Schulterschluss praktiziert. Bei Aktionen bis hin zu Bratwurst oder Tomaten gegen rechts wurde Geld für den Ankauf des Hotels gesammelt.

Bratwurst, Bier und Blues am Samstag, 3. September

Anlass genug, sich gemeinsam daran zu erinnern, finden die Piratenpartei, die Grünen, die CDU und die SPD. Sie rufen für diesen Samstag, 3. September, dazu auf, ab 13.30 Uhr auf der Hotelwiese Bratwurst gegen rechts zu essen, Bluesmusik zu lauschen und ins Gespräch zu kommen. Eine Wahlveranstaltung sei ausdrücklich nicht geplant, Reden nicht vorgesehen.

Für Andreas Neugebauer (Piraten) zeigen die Ereignisse von 2006, „dass es in Delmenhorst eine lange antifaschistische Tradition gibt“. Es habe einen gemeinsamen Feind gegeben, lautet Marlis Düßmanns (Grüne) Erklärung für den breiten Widerstand. „Wenn es gilt, rechte und rechtspopulistische Tendenzen abzuwehren, stehen die Delmenhorster zusammen“, ist sich Andrea Meyer-Garbe (SPD) sicher.