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Zentrale Unterbringung Erste Flüchtlinge im Delmenhorster Stadionheim

Von Marco Julius | 20.08.2015, 00:05 Uhr

Fachbereichsleiterin Petra Gerlach hat am Mittwoch über den aktuellen Stand bei Asylsuchenden und Flüchtlingen berichtet. In dem kommenden Tagen wird die nächste Zuweisung erwartet.

Delmenhorst. Die Stadt Delmenhorst hat damit begonnen, erste Flüchtlinge im Stadionheim Düsternort unterzubringen. Rund 20 Menschen haben dort laut Petra Gerlach, Fachbereichsleiterin Gesundheit, Verbraucherschutz und Gefahrenabwehr, jetzt vorübergehend ein neues Zuhause gefunden. Insgesamt hat die Stadt – Stand Dienstag dieser Woche – 434 Menschen untergebracht. „In den kommenden Tagen erwarten wir aber bereits die nächste Zuweisung“, verdeutlichte Gerlach am Mittwoch in einer Informationsveranstaltung im Nachbarschaftszentrum Wollepark. Wie viele Menschen noch nach Delmenhorst kommen, sei offen, für die Stadt gelte es, innerhalb kurzer Zeit Wohnraum zur Verfügung zu stellen. „Von der Zuweisung bis zur tatsächlichen Ankunft dauert es nur eine Woche“, rechnete Gerlach vor. Noch gebe es auch Wohnungen, um Flüchtlinge und Asylsuchende dezentral unterzubringen, aber die Möglichkeiten seien begrenzt, deshalb sei auch vermehrt eine zentrale Unterbringung wie im Stadionheim ins Auge zu fassen. Auch mit dem Standort Kaserne in Adelheide hat Gerlach nach eigenen Worten noch nicht abgeschlossen. „Wir bleiben da intensiv am Ball.“

Lob für Integrationslotsen

Gerlach nutzte die Veranstaltung am Mittwoch, um zu erläutern, wie die Aufnahme von Flüchtlingen und Asylsuchenden in Delmenhorst geregelt ist. Sie machte dabei deutlich, vor welchen Aufgaben und Herausforderungen die Verwaltung steht, lobte aber zugleich die „vielen Menschen der Stadt, die ehrenamtlich ihre Hilfe anbieten und so eine Willkommenskultur schaffen“. Das sei ein unschätzbarer Wert für eine Stadt.

Die Arbeit des Integrationslotsenteams hob Gerlach besonders hervor. Weil die Lotsen oft in der Muttersprache der Flüchtlinge helfen können, entstehe für die Menschen, die neu und noch fremd in Delmenhorst seien und oft nur die Sachen hätten, die sie am Leib trügen, ein erstes gutes Gefühl. „Wir als Stadtverwaltung sorgen für das Dach über dem Kopf, die Menschen unserer Stadt machen daraus ein Zuhause für die Neuankömmlinge“, sagte Gerlach.

Hilfe vernetzen

Die vielfältige Hilfe, die Ehrenamtliche und diverse Einrichtungen anbieten, soll in Zukunft noch besser vernetzt werden. Die städtische Kontaktstelle Flüchtlinge und interkulturelle Angelegenheiten, Telefon (04221) 992600, sei ein Anfang, so Gerlach. Das Breite Bündnis gegen Rechts kündigt für Oktober eine Veranstaltung in der Markthalle an, wo es ebenfalls um die Vernetzung von Hilfen gehen soll. Gleiches planen Diakonie und Kirche am Dienstag, 15. September, 17 Uhr, im Gemeindehaus „Zu den Zwölf Aposteln“ in Düsternort.