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Zentraler Anlaufpunkt Kontaktstelle für Flüchtlinge in Delmenhorst eröffnet

Von Marco Julius | 20.10.2016, 12:59 Uhr

Stadtverwaltung, Land und Diakonie unter einem Dach: Die Kontaktstelle für Flüchtlinge ist jetzt eröffnet worden. Sie vernetzt am westlichen Ende der Langen Straße viele Angebote.

Leise, unauffällig und erfolgreich – mit diesen Worten hat Oberbürgermeister Axel Jahnz am Donnerstag die Flüchtlingsarbeit in der Stadt beschrieben. Das Ankommen und die Integration von Geflüchteten werde im Zusammenspiel von Haupt- und Ehrenamtlichen von Beginn an hervorragend gelöst. Und damit die „Bewältigung der vielen Aufgaben, die in den kommenden Jahren noch vor uns liegen“, auch weiterhin auf diese Weise funktionieren könne, ist am Dienstag die Kontaktstelle für Flüchtlinge und Interkulturelle Angelegenheiten in den Räumlichkeiten des früheren Elektro-Fooken-Gebäudes an der Langen Straße/Ecke Mühlenstraße eröffnet worden. Fachbereichsleiterin Petra Gerlach (Gesundheit, Verbraucherschutz und Gefahrenabwehr) sieht in der Kontaktstelle gegenüber des City-Centers ein Erfolgsmodell, weil die dort gepflegte Zusammenarbeit beispielgebend sei. Denn eines sei klar: Einrichtungen der Stadtverwaltung, des Land Niedersachsen und der Diakonie unter einem Dach, so wie es in der Kontaktstelle jetzt praktiziert werde, das habe Seltenheitswert.

Vernetzung auf 250 Quadratmetern

In der Kontaktstelle finden auf gut 250 Quadratmetern städtische Einheiten wie die Leitstelle Migration und Teilhabe, die Koordinierungsstelle für ehrenamtliche Flüchtlingsarbeit und das Beratungsangebot zur Gesundheitsförderung minderjähriger Flüchtlinge Platz. Dazu kommen die Flüchtlingssozialarbeit und die Integrationsberatung der Diakonie sowie das Sprachbildungszentrum Niedersachsen. „Das ist ein Novum für Delmenhorst, dass ein Wohlfahrtsverband und die Verwaltung räumlich so eng zusammenrücken“, sagte dann auch Franz-Josef Franke, Kreisgeschäftsführer des Diakonischen Werkes Delmenhorst/Oldenburg Land, bei der Eröffnung vor vielen geladenen Gästen mit Blick auf die Vernetzung. „Wir als Diakonie stehen dabei auch exemplarisch für andere Wohlfahrtsverbände, die sich für Flüchtlinge engagieren.“

„Gutes Gesicht“ für die Stadt

Die neue Kontaktstelle ist nicht nur Anlaufstelle für Flüchtlinge, die Hilfe suchen, sondern auch für alle Bürger, die Hilfe leisten wollen. Die Kontaktstelle werde helfen, dass Menschen, die als Fremde in Delmenhorst ankommen, eine gute Zukunft finden. „Die Stadt verzahnt und vernetzt sich weiter“, betonte Jahnz, der sich auch bei der Politik für die Unterstützung des Projektes bedankte. Die neue Kontaktstelle mit ihren hellen Räumen gebe „unserer Stadt ein gutes Gesicht“. Zwar habe es seine Zeit gebraucht bis zur Eröffnung – ursprünglich sollte es bereits deutlich früher losgehen – die Notwendigkeit der Einrichtung sei aber auf Jahre hinaus gegeben. Zum Stand 1. Oktober hatte allein die Stadt 1180 Geflüchtete und Asylsuchende untergebracht , weitere sind in Delmenhorst privat untergekommen.

Räume für zehn Jahre angemietet

Die Räume im ehemaligen Fooken-Gebäude, in der jetzt insgesamt neun Mitarbeiter wirken werden, hat die Stadt seit Anfang September und zunächst für zehn Jahre angemietet. Dem Vernehmen nach wird in diesem Zeitraum eine Kaltmiete von gut 300.000 Euro fällig.