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Zeugen sagen nichts Frühere Klinikleitung verweigert die Aussage

24.12.2014, 13:05 Uhr

rh Delmenhorst. Im Mordprozess gegen den früheren Krankenpfleger des Klinikums Delmenhorst, Niels H., haben gestern zwei als Zeugen geladene frühere leitende Mitarbeiter von ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch gemacht.

Damit wirken sich nun in dem Verfahren um drei angebliche Morde sowie zwei Mordversuche aus der Zeit vom Frühjahr 2003 bis Mitte 2005 die aktuell gesteigerten Ermittlungsaktivitäten der Staatanwaltschaft einschneidend aus.

Das Gericht hörte gestern lediglich zwei weitere Mitarbeiter des Klinikums an: Ein früherer Leiter des Finanz- und Rettungswesens sowie des Controlling erläuterte, dass er 2005 beauftragt worden war, eine Statistik über die Todesfälle in der Klinik zu erstellen. Zunächst habe er die Sterblichkeit für den Zeitraum von 2000 bis 2005 nachvollzogen, zu einem späteren Zeitpunkt habe er auch die Todesfälle bis 2008 nachvollzogen. Anhand dieser Listen hatten sich deutliche Erhöhungen der Todeszahlen für die Zeit von Anfang 2003 bis Mitte 2005 ergeben, in denen Niels H. in dem Klinikum beschäftigt war.

Bemerkenswert hoch waren dabei die Zahlen für die Jahre 2003 und 2004 mit 177 und 170 Toten. In den Jahren davor und danach hatte der Maximalwert hingegen bei 98 Toten gelegen.