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Ziel: 1000 Geburten im Jahr Neue Delmenhorster Frauenklinik füllt sich mit Leben

Von Jan Eric Fiedler | 21.08.2015, 21:11 Uhr

Zum 1. September zieht die Frauenklinik aus dem Stift ins Klinikum. Dafür wurden neue Kreißsäle eingerichtet und zahlreiche Räume modernisiert.

Noch steht nur eine einzelne Badewanne in den drei Kreißsälen im Klinikum Delmenhorst. Das wird sich demnächst ganz schnell ändern: Vom 29. bis 31. August zieht die Frauenklinik des St. Josef-Stifts als erster Schritt der Zusammenführung der beiden Krankenhäuser an die Wildeshauser Straße. Am Freitag hat Thomas Breidenbach, Geschäftsführer beider Häuser, die neuen Räumlichkeiten vorgestellt. Im Vergleich zur 2012 geschlossenen Frauenklinik am Klinikum gibt es einige Änderungen.

Nicht auf Fahrstuhl angewiesen

Das betrifft vor allem die Kreißsäle und die gynäkologische Ambulanz. Diese befindet sich künftig in den Räumen der ehemaligen Urologie U1, direkt über der Kinderklinik. „Wir wollten die Kreißsäle auf der gleichen Ebene wie die Operationssäle haben. Dann ist man, falls es zu einem Notkaiserschnitt kommt, nicht auf den Fahrstuhl angewiesen“, erklärt Breidenbach.

Station der kurzen Wege

Es ist eine Station der kurzen Wege, wie Gesine Kespohl, Pflegedirektorin am Klinikum, berichtet: Alle Stationen befinden sich im gleichen Trakt und sind durch drei Treppenhäuser gleich mehrfach miteinander verbunden.

21 Betten

Die Patientenzimmer der Frauenklinik befinden sich im zweiten Stock und zählt 21 Betten. Auch hier haben Handwerker in den vergangenen Wochen zahlreiche Arbeiten erledigt: vom Streichen der Wände bis zum Verlegen von Druckluft- und Sauerstoffleitungen in jedes Zimmer. Insgesamt liegen die Kosten der Renovierung laut Breidenbach bei 150.000 Euro. Die Technik, darunter neue Ultraschallgeräte, die erst Anfang des Jahres angeschafft wurden, kommt mit dem Umzug aus dem Stift. Dazu gehören sogar Türen und Schlösser, die nur per Chip geöffnet werden. Diese sorgen auf der Geburtsstation für Sicherheit.

Neue Funktion für alte Kreißsäle

Die alten Kreißsäle des Klinikums erhalten eine neue Funktion: Aus ihnen werden laut Breidenbach zwei bis drei Familienzimmer werden. Der Umbau soll allerdings erst nach dem Umzug erfolgen.

Magnet für das Umland

Für dieses Jahr rechnet Breidenbach mit rund 700 Geburten in Delmenhorst – eine leichte Steigerung im Vergleich zum Vorjahr. Zeitnah sollen es 1000 Geburten im Klinikum werden. Rund 150 Risikoschwangerschaften hätten jährlich aufgrund der nicht vorhandenen Kinderklinik im St. Josef-Stift in den vergangenen Jahren nicht entbunden werden können. „Ich hoffe auch, dass die Station in Verbindung mit der Kinderklinik für das Umland zum Magnet wird“, sagt Breidenbach. Zahlreiche Geburtsstationen in der Region wurden in den vergangenen Jahren geschlossen, Krankenhäuser in Bremen sind voll ausgelastet.

Böhmann hat verlängert

Die gesamten Hebammen- und Ärzteteams wechseln aus dem Stift ans Klinikum, auch ein Großteil der Pfleger geht mit. Derzeit hospitieren OP-Schwestern aus dem Klinikum am Stift, um sich auf Kaiserschnitte vorzubereiten. Das Personal aus der Kinderklinik bringt sich in der Kinderintensivstation des Klinikums Links der Weser auf den neuesten Stand. Für die Kinderklinik konnte zudem eine wichtige Personalie geklärt werden: Chefarzt Dr. Johann Böhmann, der eigentlich Ende des Jahres in den Ruhestand gegangen wäre, hat seinen Vertrag laut Breidenbach um zwei Jahre verlängert.