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Zirkus Charles Knie Delmenhorst: Gastspiel mit Wildtieren sorgt für Kritik

13.04.2015, 23:45 Uhr

Der Zirkus Charles Knie kommt im Mai unter anderem mit Elefanten, Löwen und Tigern nach Tierschützer haben damit ein Problem.

Der Zirkus Charles Knie kommt vom 16. bis 18. Mai in die Stadt – und schon im Vorfeld kochen die Emotionen hoch. Während sich die einen auf Akrobatik und exotische Tiere freuen, rufen andere über soziale Medien zum Boykott auf. Auf der dk-Facebok-Seite sind die Gegner von Wildtieren im Zirkus klar in der Überzahl. Tierquälerei sei es, wenn ein Zirkus mit Elefanten, Tigern und Co. durch die Lande ziehe.

Tierschutzverein sagt: „Nicht artgerecht“

Sarah Stahmann, Pressesprecherin des Tierschutzvereins Delmenhorst und Umgebung, macht die Position des Vereins deutlich: „Wildtiere haben im Zirkus nichts zu suchen, die Haltung ist nicht artgerecht.“ In die gleiche Kerbe schlägt, mit noch größerer Wucht, die Tierschutzorganisation PETA, die seit Jahren für ein Verbot von Wildtieren im Zirkus eintritt. „Wildtiere im Zirkus – das bedeutet Tierleid auf Tournee, kein Tiger springt freiwillig durch einen brennenden Reifen, kein Elefant macht freiwillig Kopfstand“, teilt PETA mit.

Zirkus spricht von „glücklichen Tieren“

Patrick Adolph, beim Zirkus Charles Knie für die Pressearbeit zuständig, kennt das Prozedere schon. „Sobald wir unsere Plakate kleben, kommen Anfeindungen selbst ernannter Tierschützer“, sagt er. „Viele Behauptungen der Tierrechtsorganisationen und deren Anhänger sind schlicht falsch – oder sogar frei erfunden. So etwa das Märchen von den kleinen Käfigen. Die Ställe und Freigehege beim Zirkus Charles Knie übertreffen in vielen Fällen die Vorgaben der Leitlinien des Landwirtschaftsministeriums“, erklärt Adolph. Er spricht von „glücklichen Tieren“ und setzt darauf, dass sich Besucher ein eigenes Bild machen – und er verweist auf ausgedehnte Kontrollen durch die Amtsveterinäre.

Amtsveterinärin schaut genau hin

In Delmenhorst ist dafür Dr. Nicolin Niebuhr zuständig. Sie kennt die Kontroverse um Wildtiere im Zirkus, die sie als Glaubensfrage bezeichnet, aus eigener Anschauung. Zum einen, weil sie sich vor Ort selbst ein Bild macht, ob der Tierschutz eingehalten wird, zum anderen, weil auch bei der Stadt Beschwerden eingehen, wenn wieder ein Zirkus in die Stadt kommt. „Sollte ein Zirkus gegen die strengen Auflagen verstoßen, können wir ihm bei schweren Verstößen die Tiere wegnehmen“, sagt Dr. Niebuhr. Sie weist aber auch daraufhin, dass gerade die renommierten Zirkusse viel für die Tiere tun. Als Amtsveterinärin lässt sie sich im Vorfeld sämtliche Genehmigungen zeigen. Gegen ein Gastspiel des Zirkus’ Charles Knie auf den Graftwiesen spreche derzeit nichts.