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Zirkus in Delmenhorst Aktionsgruppe wirft Tierrechtlern Fanatismus vor

Von Frederik Grabbe | 25.08.2015, 09:04 Uhr

Die Aktionsgruppe „Tiere gehören zum Circus“ hat sich in einem Offenen Brief zum angekündigten Protest von Zirkusgegnern beim Gastspiel des Circus Krone vom 24. bis 29. September geäußert. Speziell spricht die Gruppe Oberbürgermeister Axel Jahnz an und bezeichnet die Zirkusgegner als „fanatische Tierrechtler“, deren Kritik „haltlos“ sei.

Im Wesentlichen bezieht sich der Brief auf die Tierhaltung in modernen Zirkusbetrieben. Das Bündnis spricht beim Circus Krone von großzügigen Freigehegen, vielerlei Beschäftigungsmöglichkeiten etwa für Elefanten und Raubkatzen oder von geräumigen Boxen für Pferde. Mit der Haltung seiner Tiere übertreffe der Circus Krone die gesetzlichen Vorgaben bei Weitem, so die Zirkusbefürworter.

Generell vorbildliche Verhältnisse in Zirkussen

Generell herrschten in den fahrenden Tiershows hierzulande „fast überall vorbildliche Verhältnisse“, so das Bündnis. Seit 1990 bestünden bundesweit Leitlinien, die die Zirkus-Tierhaltung regelmäßig kontrollierten. Insbesondere spricht die Gruppe ein wechselseitiges Vertrauensverhältnis zwischen Tier und Mensch an, das es für die Darbietungen brauche. „Der Lernprozess in der Manege bereitet den Tieren Freude.“

„Freude in der Manege“

Das Bündnis nennt Erkenntnisse aus der Wissenschaft: So hätten Forscher festgestellt: Löwen und Elefanten seien bei Transporten wenig gestresst, sofern sie im Zirkus aufgewachsen seien; moderne Haltung vermeide Verhaltensstörungen und das Training in der Manege fördere die körperliche und geistige Fitness der Tiere.

Jahnz bleibt bei seiner Meinung

Oberbürgermeister Axel Jahnz , der in dem Schreiben direkt angesprochen wird, hielt gegenüber dem dk an seiner Meinung fest: „Ich befürworte Wildtiere in Zirkussen nicht.“ Diese Form von Zirkus halte er für ein Auslaufmodell. Artistik und Komik nach Vorbild des Zirkus‘ Roncalli, der auch Darbietungen mit Pferden aufführe, werden sich künftig durchsetzen.

Tierrechtler hatten zuletzt im Mai auf den Graftwiesen protestiert, als der Zirkus Charles Knie in Delmenhorst Station machte. In diesem Zusammenhang hatte Jahnz öffentlich die Wildtierhaltung in Zirkussen kritisiert. Über Facebook riefen damals zahlreiche Bürger zu einem Boykott der Vorstellungen auf. Die Amtsveterinärin Dr. Nicolin Niebuhr meinte im Mai aber auch, dass renommierte Zirkusse viel für ihre Tiere tun.

Die Gruppe „Tiere gehören zum Circus“ aus Kirchheimbolanden (Rheinland Pfalz) betont, dass es finanziell nicht von Zirkusunternehmen unterstützt werde. ( Hier lesen Sie ein Positionspapier der Gruppe ).