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Zoff um Delmenhorster FDP: Islam-Vortrag: Verweis für Delmenhorster FDP-Chef

Von Michael Korn | 14.01.2016, 20:27 Uhr

Ein geplanter, aber dann geplatzter strittiger Islam-Vortrag hat dem Delmenhorster FDP-Chef Tamer Sert und dessen Vorstandskollegen Claus Hübscher einen Verweis der Landespartei eingebracht. Um einen Parteiausschluss kamen sie herum. Sert reagiert mit Zynismus gegenüber dem Landesvorstand und mit Kritik an der Presse.

Im parteiinternen Konflikt um einen geplanten, umstrittenen Islam-Vortrag hat das Landesschiedsgericht der FDP dem Delmenhorster Kreisvorsitzenden Tamer Sert und Schatzmeister Claus Hübscher einen Verweis mit Auflagen erteilt. Das bestätigte am Donnerstag, 14. Januar 2016, Jascha Engelhardt, Pressesprecher der Landespartei. Einen Parteiausschluss für beide habe es nur deshalb nicht gegeben, weil der von der örtlichen FDP organisierte Vortrag von Israel-Kritiker Yavuz Özoguz letztlich mangels Veranstaltungsort ausgefallen war.

Landes-FDP: Deutliches Zeichen

Der Vorfall hatte sich im vergangenen Jahr ereignet, Urteil und Zustellung verzögerten sich jedoch um mehrere Monate. Engelhardt bekräftigte, das Gericht habe geurteilt, dass Sert und Hübscher sich nicht pflichtgemäß verhalten und an die Weisungen des Landesvorstands gegen den Vortrag gehalten hätten. Der Verweis sei „ein deutliches Zeichen“ und beide hätten sich künftig entsprechend zu verhalten.

Sert: Vorstand in Schranken gewiesen

In einer Mitteilung stellte Sert den Richterspruch am Donnerstag, 14. Januar 2016, anders dar: Aufgrund von „Geringfügigkeit der Anschuldigungen“ habe es lediglich einen Verweis gegeben. Es sei nur um „unterschiedliche Auffassung über die Auswahl eines Referenten“ gegangen. Das Gericht habe die Antragsteller (Bezirkschefin Angelika Brunkhorst und den Landesvorstand) „auf den Boden der Realität zurückgeholt und auch den Landesvorstand in seine satzungsgemäßen Schranken verwiesen“. Sert wirft zudem der Presse vor, nicht unabhängig recherchiert zu haben. Sie habe sich „von den Funktionen der Antragsteller leiten lassen“ und die Öffentlichkeit „teilweise falsch informiert“.