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Zu Besuch auf Wangerooge Delmenhorster Funker mit Liebe zu Leuchttürmen

Von Heike Bentrup | 30.08.2015, 13:08 Uhr

Weltweit beteiligen sich Funkamateure jeweils am dritten Augustwochenende am Internationalen Leuchtturm- und Feuerschiffwochenende. Mit dabei: die Delmenhorster Leuchtturmcrew.

Leucht- oder Funkturm? Diese Frage stellte sich eine Gruppe von Delmenhorster Funkamateuren vor mehr als zehn Jahren und macht sich seitdem alljährlich zu einer besonderen Exkursion auf. Jeweils am dritten Augustwochenende beteiligen sich die Funkamateure am Internationalen Leuchtturm- und Feuerschiffwochenende (ILLW).

Viele Amateurfunkstation folgen dem Ruf des Meeres und aktivieren einen Leuchtturm oder ein Feuerschiff. Die Delmenhorster Funkamateure aktivierten den Alten Leuchtturm auf Wangerooge mit dem Rufzeichen DK0FC/LGT und den Operatoren: DB1BAC, DF2BR, DH4BAE, DH6GH, DO2IH, DO5MCL, DO7OM und DO9PT.

„Für uns Leuchtturmfans gibt es nichts Schöneres im Jahr, als einmal den Alten Leuchtturm und auch Wangerooge besuchen zu dürfen“, berichtet Thorben Lage, eines der Gründungsmitglieder der Delmenhorster Leuchtturmfunker. Seinen Worten zufolge ist die „Schnapsidee“, einen Leuchtturm zu aktivieren, 2003 entstanden.

Damals beschlossen Christoph Sander und Thorben Lage, anlässlich des Leuchtturmfunkerwochenendes 2004 den Westturm der Insel zu besuchen. Schnell kam der Wunsch auf, den Alten Leuchtturm im Inseldorf als Standort zu nutzen.

Kontakt nach Uruguay und Malaysia

Viele Schreiben an die Gemeindeverwaltung blieben unbeantwortet. Doch dann kam die Zusage und 2005 konnte es vom Alten Leuchtturm losgehen.

Gefunkt wurde wieder auf Kurzwelle. Dazu nahmen die Funker die gesamte Ausrüstung mit auf die Insel. „Da kann ein Koffer schon mal 40 Kilogramm wiegen“, so Lage. Mit den beiden Funkstationen funkte die Crew rund um die Uhr in die ganze Welt. „In diesem Jahr waren die Ausbreitungsbedingen nicht so gut, aber es kamen dennoch rund 550 Verbindungen ins Logbuch“, blickt Lage auf den Verlauf des Wangerooge-Aufenthaltes zurück.

Zu den besonderen Kontakten zählten Verbindungen zu Leuchtturmcrews in Uruguay und in Malaysia. Ansonsten beschränkten sich die Logbucheinträge auf Stationen in Europa.

Die Ausrüstung bestand aus einer 42 Meter langen Drahtantenne, welche schräg vom Leuchtturm aus gespannt wurde. Auf dem Platz des ehemaligen Nebenfeuers wurde eine sieben Meter lange Rettungsbootantenne installiert. Diese befand sich in 35 Metern Höhe über Grund. Ein Abspannseil schützte die Antenne vor starken, vom Wind ausgelösten Schwankungen.

Da jedes noch so schöne Wochenende irgendwann vorübergeht, erfolgte nach ereignisreichen Tagen der Abbau der Stationen. Müde und zufrieden mit dem Erreichten ließen die Delmenhorster die Insel und auch „ihren“ Leuchtturm zurück und fuhren nach Hause. „Die Botschaft am Wangerooger Bahnhof, ,Kehre wieder‘, wird selbstverständlich von uns beherzigt“, kündigt Lage an.

Funkamateure auf der Großen Höhe

Durch den Einzug moderner elektronischer Navigationshilfen sind etliche Leuchttürme überflüssig geworden, bemannte Feuerschiffe sind gar nicht mehr im Dienst. Mit dem Leuchtturmwochenende sollen diese historisch wertvollen Monumente der Schiffssicherheit in das Bewusstsein der weltweiten Öffentlichkeit gerückt werden. Dazu sind auf allen Kontinenten die Funkamateure aufgerufen, am dritten Augustwochenende einen Leuchtturm als Basis für Funkaktivitäten zu nutzen und an die ursprünglichen Funktionen des Monuments zu erinnern.

Die Funkamateure des Ortverbandes Delmenhorst treffen sich jeden ersten Freitag im Monat ab 20 Uhr im Oldenburger Hof in Ganderkesee. Wer Amateurfunk live erleben möchte, ist eingeladen, am ersten oder zweiten Septemberwochenende auf die Große Höhe zu kommen. Informationen dazu gibt es unter www.darc.de/i18.