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Zug durch Delmenhorster City Trauermarsch zu Ehren der „Helden von Aschura“

Von Marco Julius | 31.10.2015, 15:16 Uhr

Mit einem stillen Trauermarsch „zu Ehren der Helden von Aschura“ haben am Samstagvormittag in der Delmenhorster Innenstadt rund 130 Frauen, Männer und Kinder an Imam Hussein, einen Enkelsohn des Propheten Muhammad, gedacht.

Der hatte im Jahr 680 nach Christus in der Wüste von Karbala mit seinen 130 Anhängern Widerstand gegen den damaligen Herrscher und eine Übermacht von 30000 Soldaten geleistet und sich selbst und seine Söhne, bis auf einen, geopfert.

Die Helden von Aschura haben für Muslime noch heute essenzielle Bedeutung. Husseins Nein zur Unterdrückung sei Verpflichtung für Muslime, sich auf die Seite der Unterdrückten und Entrechteten zu stellen, sagte Dr. Yavuz Özoguz, Vorsitzender des Islamischen Wegs, der vor und nach dem Marsch jeweils eine Rede hielt. Er rief dazu auf, Mauern in den Köpfen abzubauen, statt angesichts der Flüchtlingsströme Europa einzumauern. Zugleich griff er mit starken Worten die israelische Politik in Palästina an und sprach von „ethnischen Säuberungen durch das zionistische System“.

Dass der Verfassungsschutz ein Auge auf den Islamischen Verein geworfen hat, ficht Özoguz nicht an. „Der Verfassungsschutz ist Zeuge unserer Rechtsstaatlichkeit“, sagte er.

Der polizeilich genehmigte und begleitete Marsch, der vom Schweinemarkt zum Bahnhofsvorplatz führte, verlief ohne Zwischenfälle.