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Zulassung von Fahrzeugen Zugereiste behalten ihr Kennzeichen gern in Delmenhorst

Von Thomas Breuer | 02.03.2015, 20:49 Uhr

Die ersten Erfahrungen mit den neuen Bestimmungen für das Ummelden von Fahrzeugen belegen es: Viele, die nach Delmenhorst ziehen, behalten gern ihre auswärtigen Kennzeichen.

Zum 1. Januar ist für Fahrzeughalter eine Sache bundesweit einfacher geworden – und damit auch günstiger: Wer in eine andere Stadt oder einen anderen Landkreis zieht und sein zugelassenes Fahrzeug mitbringt, muss es zwar nach wie vor bei der Zulassungsstelle auf den neuen Wohnsitz ummelden, doch neue Kennzeichen sind nicht mehr Pflicht.

14 neue DEL-Kennzeichen in Ganderkesee

Dies hat zur Folge, das nun auch durch Delmenhorst und Ganderkesee immer mehr Autos fahren, die gar nicht zu Auswärtigen gehören. In Ganderkesee etwa wurden allein im Januar 14 Fahrzeuge von Ex-Delmenhorstern zugelassen, die sich vom DEL im Kennzeichen nicht trennen wollten. Neun weitere setzen auch künftig auf HB für Bremen, obwohl sie jetzt in der Gemeinde heimisch sind. Nicht wechselfreudig zeigten sich vereinzelt auch Zugezogene aus der Stadt Oldenburg sowie den Landkreisen Emsland, Northeim, Lippe, Brake, Diepholz und Goslar.

Doch der erste Eindruck täuscht. „Die absolute Mehrheit wechselt, wenn sie zuzieht“, heißt es aus dem Ganderkeseer Rathaus mit Blick auf die Bilanz der ersten zwei Monate des Jahres 2015. Gemeindesprecher Hauke Gruhn sagt: „Die allermeisten Zugereisten sind der Meinung, dass sie, wenn sie im Landkreis Oldenburg wohnen, auch das OL im Kennzeichen haben wollen.“

In Delmenhorst wird gespart

Gänzlich andere Erfahrungen hat die Delmenhorster Zulassungsstelle im Januar und Februar gemacht. In dieser Zeit sind laut Auskunft aus dem Rathaus 149 Menschen mit einem Auto zugezogen, die eine Ummeldung beantragt haben. Rund drei Viertel davon, so die Einschätzung der Zulassungsstelle, haben sich entschlossen, nicht auf ein DEL-Kennzeichen umzuschwenken.

Dabei handele es sich nicht etwa um gewollte Zeichen von Abgrenzung, entscheidend sei vielmehr nüchternes Kalkül. Was nicht ausgegeben werden muss, wird nicht ausgegeben. In diesem Fall eben das Geld für neue Kennzeichen.

Fazit nach den ersten zwei Monaten mit den neuen Möglichkeiten: In Delmenhorst sparen sie, in Ganderkesee dominiert der Lokalpatriotismus – zumindest, wenn es um Kennzeichen geht.