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Zum Christentum konvertiert Neugetaufte Geflüchtete stellen sich in Delmenhorst vor

Von Jasmin Johannsen | 23.04.2017, 18:56 Uhr

Was bewegt Geflüchtete dazu, zum Christentum zu konvertieren? Auf diese Frage gaben am Sonntag in der Kirchengemeinde „Zu den Zwölf Aposteln“ Neugetaufte Antworten.

„Es ist schön, dass ihr euch in unserer Gemeinde so wohlfühlt“, freute sich Iris Bretthauer von der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde „Zu den Zwölf Aposteln“ am Sonntagmorgen. Gemeint waren die zahlreichen Geflüchteten aus Iran und Afghanistan, die in letzter Zeit immer öfter die Düsternorter Kirche besuchen.

Nicht nur ein neues Zuhause gefunden

Sie hatten nach der Flucht aus ihren Heimatländern in Deutschland nicht nur ein neues Zuhause gefunden, sondern auch den christlichen Glauben angenommen. In einem besonderen Gottesdienst unter dem Motto „Quasimodogeniti“, der lateinische Begriff für „Wie die Neugeborenen“, stellten sich die neuen Gemeindemitglieder am Sonntag vor. Auch sie würden sich wie wiedergeboren fühlen, in einem neuen Land und mit einer neuen Religion, so Gemeinderatsmitglied Ingeborg Tödter.

Ort der Ruhe und des Friedens

Die Geflüchteten verrieten in einem offenen Gespräch, aus welchen Beweggründen sie den Glaubenswechsel vollzogen haben und was die christliche Religion für sie bedeutet. Der Gottesdienst gebe ihm ein Gefühl der Geborgenheit und der Sicherheit, erklärte Arash. „Hier kann ich nach Jahren der Verzweiflung einen Ort der Ruhe und des Friedens finden“, fügte er hinzu. Ähnlich empfindet Sara die Kirchenbesuche. Sie habe nach der Taufe ein Gefühl der Erleichterung verspürt.

Gottesdienst nun auch auf Farsi

Mit der Ankunft der Geflüchteten hätte zudem ein neuer Brauch Einzug in die Gemeinde gehalten. Einige Teile des Gottesdienstes werden nun auch auf Farsi vorgetragen. „So wird den Neugetauften ermöglicht, die gute Botschaft in ihrer Muttersprache zu empfangen und zu verstehen“, schildert Pfarrerin Anne Frerichs das Vorgehen nach lutherischer Tradition. Die Geflüchteten, die die deutsche Sprache noch nicht beherrschen, würden dieses Angebot gerne annehmen. „Es ist ein gutes Gefühl, den Gottesdienst auch auf meiner Muttersprache zu hören“, erzählt Sara.

Dankbar für die Chance

Auf die Frage, wie es sich anfühlen würde, nun als Christ in einem christlich geprägten Land zu wohnen, geben alle neun Neugetauften ähnliche Antworten. „Ich kann nun in Freiheit meinen Glauben ausleben und zu Gott beten“, erklärt Hamid. Er sei dankbar, dass er diese Chance in Deutschland erhalten habe. „Die vielen freundlichen Menschen, die uns mit offenen Armen empfangen haben, haben das erst möglich gemacht“, ist sich Arash sicher.