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Zuschuss für Krankenhaus Erneut Millionenhilfe für das Delmenhorster Josef-Hospital

Von Michael Korn | 14.09.2017, 20:32 Uhr

Das finanziell angeschlagene Delmenhorster Josef-Hospital soll mit einem Zuschuss von drei Millionen Euro gerettet werden. Der Stadtrat entscheidet am Freitag in einer Sondersitzung über den städtischen Anteil von 300000 Euro.

Das finanziell angeschlagene Delmenhorster Josef-Hospital soll mit einem Liquiditätszuschuss von drei Millionen Euro gerettet werden. Das teilte das Rathaus mit. Der Stadtrat entscheidet am Freitag um 13 Uhr in einer öffentlichen Sondersitzung über den städtischen Beitrag von 300000 Euro analog der Gesellschaftsanteile von zehn Prozent. Zugleich fordert die Stadt den Mehrheitsgesellschafter am JHD, die katholische Kirche, auf, die übrigen 2,7 Millionen Euro beizusteuern.

Kirche als Mehrheitseigner unter Druck

Die Rettungsaktion geht den Angaben zufolge zurück auf einen Dringlichkeitsandrang der Gruppe SPD/Piraten, der CDU, FDP, Linken und Grünen. Die städtische Finanzspritze wird nur gewährt, wenn die Kirche ihrerseits Mittel bereitstellt. Grund für den finanziellen Engpass des Krankenhauses ist eine erneute Minderbelegung der Betten, die über das saisonale Tief „deutlich hinausgeht“. Diese haben ihren Ursprung in den zurückliegenden Gräueltaten von Patientenmörder Niels Högel, heißt es.

Elementare Bedeutung für die Stadt

Nach der als sicher geltenden Ratsbewilligung für die Stadtmittel, die aus der Integrationsförderung abgezweigt werden, trifft die Gesellschafterversammlung des JHD die endgültige Entscheidung. Die beantragenden Parteien seien der Auffassung, dass „die Frage der finanziellen Absicherung des JHD für die Stadt von elementarer Bedeutung ist“. Bevor über weitere Finanzhilfen entschieden werde, solle das JHD seine Vermögensverhältnisse neu bewerten und der Liquidität zuführen. JHD-Geschäftsführer Ralf Delker hatte zudem am Dienstag einen Personalabbau bei den Pflegekräften angekündigt. Für das JHD soll in der Innenstadt am Standort Josef-Stift ein 83 Millionen teurer Neubau bis 2021 errichtet werden.