Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Zwei Aufführungen in der Divarena Der doppelte Oschmann in Delmenhorst

Von Marco Julius | 27.01.2016, 17:04 Uhr

Im Interview mit dem dk spricht Ingo Oschmann über seinen Humor, Kinder als kritische Zuschauer und sein besonderes Verhältnis zu Am Sonntag ist er in der Divarena zu sehen.

Schreibt sich immer so leicht dahin, dass ein Künstler Groß und Klein verzaubern will. Bei Ingo Oschmann aber ist das keine Floskel. Dem Komiker ist es ernst. Am Sonntag, 31. Januar, ist er ab 15 Uhr mit seiner Kindershow zu sehen, um 19 Uhr beginnt dann sein Programm „Hand drauf!“, das sich vorwiegend an Erwachsene richtet.

dk: Herr Oschmann, welches Publikum ist eigentlich kritischer? Kinder oder die Erwachsenen?

Ingo Oschmann: Die Kinder sind auf jeden Fall ehrlicher. Die sagen Dir schon die Meinung, wenn Du was vergeigst. Überzeugen musst Du aber natürlich alle, egal wie alt sie sind.

In Delmenhorst sind sie am Sonntag gleich zweimal auf der Bühne. Was erwartet die Zuschauer?

In der Show für die Kinder geht es ums Zaubern. Ich werde zaubern, aber vor allem die Kinder sollen es tun. Dafür geht „Schnick Schnacks wandernder Zauberhut“ durch die Reihen. Das ist ein großer Spaß. Übrigens auch für Erwachsene. Und für mich.

Mit der Kinder-Show verfolgen Sie aber noch ein anderes Ziel.

Ja, eines, das mir sehr wichtig ist. Der Erlös geht an den Verein Herzkinder OstFriesland, der sich um herzkranke Kinder und ihre Angehörigen kümmert. Der Verein ist wie eine Familie. Ich bin Schirmherr des Vereins, auch weil es nichts Schöneres gibt auf der Welt, als ein Kind lachen zu sehen.

Am Abend dann heißt es „Hand drauf!“. Worauf darf sich das Publikum freuen?

Auf sehr viel Improvisation, denn mein Programm ändert sich an jedem Abend. Stand-up-Comedy, witzige Zauberkunst und alles das, was mir so spontan einfällt, amüsante Geschichten aus dem Leben zum Beispiel. Wichtig ist das Zusammenspiel. Ich sage immer: Ich bin der Orchesterleiter, das Publikum ist das Orchester. Ich leite, aber das Orchester macht eben die Musik.

In der Comedy-Szene ist, so ist zumindest mein Eindruck, zunehmend zu beobachten, dass alles brachialer und härter wird, mehr unter die Gürtellinie zielt. Das ist nicht so ihr Ding, oder? Manch Kritiker sagt, der Oschmann ist immer so lieb.

Das ist tatsächlich ein Trend, der mir auch auf-– und gar nicht gefällt. Ich selbst will unterhalten, nicht verletzen oder bösartig sein. Wenn jemand sagt, ich sei lieb, ist das für mich ein Kompliment.

Mit Delmenhorst und speziell der Divarena verbindet sie mehr als das professionelle Verhältnis eines Künstlers zum Veranstaltungsort. Was steckt dahinter?

Man muss dem Team hinter der Divarena einen Riesenkompliment machen. Was die da auf die Beine gestellt haben, ist sensationell. Aus dem Nichts haben sie einen Ort geschaffen, der Kleinkunst eine große Bühne bietet. Ich hatte schon früh die Chance, dort aufzutreten. Zu Christoph Becker, einem der Köpfe hinter der Divarena, ist so eine Freundschaft entstanden. Ich freue mich immer wieder, wenn ich in Delmenhorst zu Gast sein darf.

Sie hatten auch schon eigene TV-Shows. Reizt sie eine Rückkehr zum Fernsehen?

Ganz ehrlich? Nein. Ich liebe es, live zu spielen. Rauf auf die Bühne, vor Publikum. Da bin ich mein eigener Herr und muss keine Kompromisse machen. Wer im TV sein will, der muss zu ganz vielen Menschen nett sein, zu dener er nicht immer nett sein möchte. Und ich bin in der Beziehung ein ganz schlechter Schauspieler (lacht).