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Zwei Posten derzeit vakant Delmenhorster Rat ringt im Januar um Spitzenposten

Von Michael Korn | 30.12.2015, 09:36 Uhr

Im Januar wollen die Ratsparteien entscheiden, wer die zwei vakanten Vorstandsposten in der Stadtverwaltung besetzt.

Für die Positionen des Stadtrats beziehungsweise der Stadträtin sowie des Baurats beziehungsweise der Baurätin gibt es eine erste, verwaltungsseitige Bewertung der insgesamt mehr als 30 Kandidaten. Diese Vergleichsliste liegt den Fraktionen vor, die nun ihre Favoriten benennen und zu Vorstellungsgesprächen einladen.

Drei Bürgermeister bewerben sich

Auf das Amt des Stadtrates haben sich 21 Interessenten beworben, größtenteils leitende Verwaltungsbeamte und Juristen aus der Region (wie Bremen, Oldenburg, Weyhe oder Leer) und in drei Fällen auch aus Delmenhorst. Darunter sind vier SPD- und zwei CDU-Mitglieder sowie drei Bürgermeister. In der Stellenausschreibung hat die Stadt auf folgende Qualifikationen gesetzt: Volljurist, Führungserfahrung in der Kommunalverwaltung und im sozialen Bereich sowie Erfahrung in Steuerungsmodellen und Finanzplanung. Wie aus der Liste hervorgeht, erfüllt keiner der Bewerber sämtliche Kriterien. Die als Favoritin von Oberbürgermeister Axel Jahnz geltende städtische Fachbereichsleiterin Petra Gerlach hat sich nicht beworben.

Fachbereichsleiter Fritz Brünjes will Baurat werden

Baurat wollen laut der Liste 13 Bewerber werden. Auch hier stammen die meisten Anwärter aus der Region und bekleiden bereits leitende teils einschlägige Positionen in Verwaltungen. Bemerkenswert ist hier, dass nur ein Kandidat die Anforderungen (Bauingenieur, Stadt- und Regionalplaner, Führungserfahrung) voll erfüllt: der amtierende Delmenhorster Fachbereichsleiter Fritz Brünjes, mit 59 Jahren allerdings auch zweitältester Bewerber für diesen Posten. Aus politischen Kreisen ist zu vernehmen, dass die Fraktionen eine Führungskraft von außerhalb bevorzugen, der die Stadtentwicklung mit innovativen, unbelasteten Ideen vorantreibt.

Parteien tauschen sich über Kandidaten aus

Auf Nachfrage wollten sich die Fraktionschefs von SPD und CDU, Andrea Meyer-Garbe und Kristof Ogonovski, zu Kandidaten nicht äußern. Beide bekräftigten, dass das verwaltungsseitige Bewertungsprofil für die einzelnen Bewerber noch einmal hinterfragt werde. Es habe bereits einen Austausch über die Bewerberliste gegeben, und nach der jeweiligen Vorstellungsrunde in den Fraktionen werde es eine erneute parteiübergreifende Verständigung über die Favoriten geben. Meyer-Garbe und Ogonovski bekräftigten, dass die Qualifikation und nicht das Parteibuch im Vordergrund stehe. „Wir werden uns einigen können“, sind sich beide Politiker sicher. Damit dürften auch Spekulationen vom Tisch sein, dass aus Proporzgründen möglicherweise eine zweite Stadtratsstelle geschaffen wird.