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Zwischenfall an Baustelle Wasser reißt Erdreich am Hasberger Delmestau mit sich

Von Thomas Breuer | 05.09.2016, 17:40 Uhr

Die Wucht des Wassers, sie hat am Sonntagnachmittag zu einem ungeplanten Zwischenfall an der Baustelle am Hasberger Delmestau in Höhe der Museumsmühle geführt. Dort drohten durch einen deutlich erhöhten Wasserstand an der für die Bauarbeiten gesetzten Spundwand hinter dem Feuerwehrhaus Überschwemmungen angrenzender Flächen.

Ursache der ungewöhnlich starken Wasserzufuhr waren laut Matthias Stöver, Geschäftsführer des Ochtumverbandes, starke Niederschläge vor allem im Ganderkeseer Bereich. Diese seien über die Welse und die Dummbäke in die Delme geflossen. Über die Influt, einen Bach, der das Wasser weitgehend um den Stau herumleitet und bis zu fünf Kubikmeter pro Sekunde aufnehmen kann, war der Zustrom nicht zu bewältigen.

Bagger drohte ins Wasser zu rutschen

Alarmierte Vertreter der Wasserbehörde, des Ochtumverbandes und der Baufirma entschieden, nachdem sie am Sonntag von Anliegern alarmiert worden waren, zur Entlastung mehrere Spundwände an der Seite zum Feuerwehrhaus tiefer in den Boden zu rammen, um das Wasser über sie hinweg fließen zu lassen. Dies geschah mithilfe eines Baggers, als plötzlich auch Wasser an der Spundwand vorbeirauschte und größere Mengen Erdreichs wegspülte. Das Baufahrzeug drohte wegzusacken, was mit vereinten Kräften gerade noch verhindert werden konnte. Das entstandene Loch neben der Spundwand war allerdings beträchtlich, das Wasser floß mit großer Geschwindigkeit Richtung Delmestau.

Keine größere Verzögerung auf Baustelle erwartet

Zwischen den Spundwänden zu beiden Seiten des Staus soll der Bereich für die Sanierung der Stauanlage eigentlich weitgehend wasserfrei bleiben. Für die Baustelle, beruhigte Stöver am Montag, sei der Vorfall „kein Problem“, da die Fugenarbeiten im Pflasterbereich weitgehend abgeschlossen seien. Die sanierten Stahltraversen der Stauanlage sollen in etwa 14 Tagen eingebaut und sämtliche Arbeiten in vier Wochen abgeschlossen werden. Deswegen müsse der Bereich aber noch einmal weitgehend trockengelegt werden.

„Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen“, sagte Stöver zu dem Vorfall, der auch viele Schaulustige angelockt hatte. Im Wasserbau sei „vieles nicht kalkulierbar“. Am Montagnachmittag werde bei einem weiteren Vor-Ort-Termin beraten, wie die Arbeiten weitergehen. Das aufgerissene Loch im Erdreich ist weitgehend wieder aufgefüllt.