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Zwischenlösung bis Januar Delmenhorst bringt Flüchtlinge in Schullandheim unter

Von Thomas Breuer | 26.11.2015, 14:03 Uhr

Die Stadt Delmenhorst wird kurzfristig auch im Schullandheim Große Höhe Flüchtlinge einquartieren.

Eine entsprechende Nutzungsvereinbarung ist beschlossene Sache. Dabei handele es sich lediglich um eine Zwischenlösung – ab sofort bis zum 4. Januar 2016. Für die Zeit danach geht die Stadtverwaltung davon aus, dass sie erste Gebäude auf dem Bundeswehr-Areal in Adelheide nutzen kann. Diese werden zurzeit für die Aufnahme von Flüchtlingen hergerichtet.

„Wir wollen auf gar keinen Fall den Betrieb im Schullandheim stören“, sagte Oberbürgermeister Axel Jahnz am Donnerstagvormittag, als er der Presse aus der Sitzung des nicht-öffentlichen Verwaltungsausschusses vom Vortag berichtete. Dort hatte die Politik dem Vorhaben zugestimmt.

40 Betten für Flüchtlinge mit Kindern

Im Schullandheim gebe es Platz für 40 Personen. Dieser soll ausschließlich für Familien oder allein reisende Frauen genutzt werden, die im Zuge der „regulären“ Quote von pro Woche bis zu 50 Personen nach Delmenhorst kommen – also nicht über das Amtshilfeersuchen des Landes Niedersachsen. Der genannte Personenkreis setzt sich voraussichtlich aus Syrern, Afghanen und Irakern zusammen. Ihnen muss zum Jahresanfang dann noch einmal ein Umzug nach Adelheide zugemutet werden.

Rund 800 Personen seit 17. Oktober aufgenommen

Allein in der Zeit vom 17. Oktober bis 22. November hat die Stadt insgesamt aus regulärer Quote und Sonderzuweisungen des Landes rund 800 Personen aufgenommen. Etliche davon, die über das gerade bis zum 31. Dezember laufenden Jahres ausgeweitete Amtshilfeersuchen des Landes kamen, aber auch nur sehr kurzzeitig.

Letztgenannter Personenkreis ist in den Sporthallen der Hauptschule West und der Realschule West und der Bundeswehr-Sporthalle an der Weverstraße untergebracht. Dort muss die Stadt insgesamt 350 Plätze vorhalten.

„Die Fluktuation ist sehr hoch“

„Die Fluktuation ist sehr hoch“, sagte Jahnz. Das heißt, zahlreiche Menschen verlassen Delmenhorst kurz nach ihrer Ankunft auch schon wieder, um andernorts bei Verwandten oder Bekannten unterzukommen. Die jeweils aktuelle Belegung muss dem Land gemeldet werden, das dann wieder „auffüllt“. Dass ein neuer Bus mit Flüchtlingen eintrifft, erfährt die Verwaltung oft sehr kurzfristig, oft erst zwei Tage, bevor er vorfährt. Weiterlesen: Flüchtlingskolumne „Möchte meine Zeit nicht verschwenden“