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Beteiligung an Awo-Protestaktion Ganderkeseer Wohnparks kritisieren Eigenanteile an stationärer Pflege

Von Christopher Bredow | 29.07.2019, 22:58 Uhr

Die Kosten in der Pflege steigen – und zahlen müssen das die Betroffenen, beklagt die Arbeiterwohlfahrt (Awo), die zu einer Protestaktion zur Begrenzung der Eigenanteile in der stationären Pflege aufgerufen hat. Die Seniorenwohnparks in Bookholzberg und Hude beteiligen sich daran.

Die Kosten, die pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen bei einer stationären Pflege tragen müssen, sind zu hoch – dieser Überzeugung ist Maik Drieling, Geschäftsführer des Wohnparks "Am Sonnentau" in Hude und "Ellerbäke" in Bookholzberg. Deswegen beteiligen sich die Einrichtungen an einer Protestaktion des Bundesverbandes der Arbeiterwohlfahrt (Awo): Neben dem Start einer Kartenaktion hat die Awo eine von 74.000 Menschen unterschriebene Petition beim Bundestag eingereicht, über die demnächst entschieden werden muss.

Kosten für stationäre Pflege steigen

Die Forderung: Die Eigenanteile in der stationären Pflege sollen begrenzt werden. "Schon jetzt betragen die monatlichen Eigenanteile durchschnittlich 1750 Euro", erklärt Drieling in einer Mitteilung. Ihm zufolge sollte die stationäre Pflege eigentlich über die Pflegeversicherung bezahlt werden – das Problem ist jedoch: Da die Kosten für die stationäre Pflege steigen, die Beiträge zur Pflegeversicherung aber gesetzlich gedeckelt sind, müssen die Eigenanteile der Betroffenen steigen, um das System zu finanzieren. "Das heißt: Pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen tragen das Risiko von Kostensteigerungen ganz allein", so Drieling. (Lesen Sie hier: Gesundheitsminister Spahn fordert 14 Euro Mindestlohn für Pflegekräfte – und erntet Kritik.)

Betroffene stehen unter finanziellem Druck

Dabei würden die hohen Kosten die Betroffenen schon jetzt oftmals an den Rand ihrer finanziellen Existenz bringen. "Normale Rentnerinnen und Rentner können immer häufiger die Eigenanteile nicht mehr selbst aufbringen", sagt Drieling: "Das führt dazu, dass sie Hilfe zur Pflege im Rahmen der Sozialhilfe in Anspruch nehmen müssen." Dies sei den Pflegebedürftigen gegenüber unwürdig und würde auch bei den Angehörigen zu Unsicherheiten führen.

Aus diesem Grund würden sich die Seniorenwohnparks an der von der Awo ins Leben gerufene Protestaktion beteiligen. Eine Pflegeversicherung muss Menschen absichern und ihnen und ihren Angehörigen Sicherheit geben", erklärt Drieling. (Lesen Sie hier: Streit um Wegegeld für ambulante Pflege in Niedersachsen.)

Mehr Informationen:

Zur Sache

Die Protestkarten zu der Aktion können im Internet unter awo.org heruntergeladen werden und sind auch in den Wohnparks "Am Sonnentau" in Hude und "Ellerbäke" in Bookholzberg erhältlich.