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Kreisel Westtangente Verwirrspiel um Kreisel an Westtangente in Ganderkesee

Von Reiner Haase | 13.12.2019, 07:56 Uhr

Immer mehr Lastwagen, tiefe Spurrillen: Die Kreuzung am Nordende der Westtangente muss dringend entschärft werden. Immer unwahrscheinlicher wird, dass das mit dem Umbau der Kreuzung in einen Kreisverkehr geschieht. Im Haushaltsplan der Gemeinde für 2020 sind die nötigen Grunderwerbs- und Planungskosten nicht zu finden.

Bleibt nur noch die Hoffnung auf zügige Beratungen im Straßen- und Verkehrsausschuss, einen Nachtragshaushalt für das nächste Jahr und erfolgreiche Verhandlungen mit dem Landkreis Oldenburg: Den Befürwortern eines Kreisverkehrs am Nordende der Westtangente in Ganderkesee rennt die Zeit davon.

Politik tritt auf die Bremse

Dabei sah es kurzfristig ganz gut aus für das seit vielen Jahren diskutierte Projekt. Auf den letzten Drücker, zwischen den für den Ratsbeschluss für den Gemeindehaushaltsplan 2020 weichenstellenden Beratungen im Finanz- und im Verwaltungsausschuss, hat die Gemeindeverwaltung ein Gespräch mit dem letzten von drei Anrainern der Kreuzung positiv beendet. Der Politik ist deshalb im Verwaltungsausschuss empfohlen worden, 100.000 Euro Grunderwerbs- und Planungskosten kurzfristig im Haushaltsplan zu verankern. War zunächst die Verwaltung wegen der nicht abgeschlossenen Gespräche zögerlich, hat nun die Politik die Bremeserrolle übernommen: "Wir haben vereinbart, dass das Thema noch einmal in den Straßen- und Verkehrsausschuss geht", erklärt SPD-Fraktionschef Werner Brakmann auf dk-Nachfrage.

Gefährliche Spurrillen

Die Gemeinde droht nun, vom Landkreis Oldenburg überholt zu werden. Im Kreishaus werden die tiefen Spurrillen im Bereich der Kreuzung von Wesstangente, Oldenburger Straße und Am Welsetal als zunehmend gefährlich eingestuft; die Sanierung ist für 2020 fest eingeplant, allerdings ohne Umbau zum Kreisel. Die Kreistagsabgeordnete und Ratsfrau Christel Zießler (SPD), energische Kreisel-Befürworterin, ist alarmiert: Erst die Straße sanieren und dann den Kreisel bauen, das wäre "rausgeschmissenes Geld" und möglicherweise der Garaus für Kreiselpläne für lange Zeit.

Anwohner besorgt

Ähnlich äußert sich der Kreuzungs-Anrainer Werner Bollhagen, der in jüngster Zeit mehrfach in Ratsgremien die grundsätzliche Bereitschaft der Eigentümer zum Verkauf der für den Kreiselbau notwendigen zusätzlichen Flächen signalisiert hat. Ihm scheine nun "der Kreisel in weite Ferne gerückt, und die Gefahrenstelle Bookhorn-Westtangente bleibt uns erhalten beziehungsweise wird sich erhöhen, da sich im Gewerbegebiet weitere Firmen ansiedeln und sich der Lastwagen- und Schwerlastverkehr noch wesentlich erhöhen wird", sagt Bollhagen voraus. Dem Welsetal-Anwohner bleibt nur Spötteln: Er wünscht sich nun eine Kreuzung mit "Stoppschildern in alle vier Richtungen".

Hoffnung auf Nachtragshaushalt

"Wir wollen natürlich weiter den Kreisverkehr", betont Brakmann. Sein Fahrplan: Im Frühjahr im Straßen- und Verkehrsausschuss auf alle offenen Fragen Antworten finden einschließlich Klärung der Frage, wo welcher Zuschuss eingeworben werden kann, dann schnell ein Nachtragshaushalt, parallel dazu Gespräche mit dem Landkreis. "Mal abwarten, ob wir das noch hinkriegen", sagt der SPD-Fraktionschef.