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Bewährungsstrafe wegen 61 Gramm Kokain Kurzbesuch endete für Niederländer in der Untersuchungshaft

Von Ole Rosenbohm | 06.12.2019, 22:38 Uhr

Noch glimpflich ist ein Niederländer davongekommen, der auf der Raststätte Wildeshausen mit 61 Gramm Kokain verhaftet worden war. Das Amtsgericht Wildeshausen verhängte eine Bewährungsstrafe.

Eigentlich sollte es nur ein kurzer Besuch im Nachbarland Deutschland werden, dann aber wurde der 23 Jahre alte Niederländer aus Rotterdam auf der Raststätte Wildeshausen verhaftet und saß seit dem 18. Juli in Untersuchungshaft. Grund für die Festnahme: In seinem Mercedes hatten die ihn kontrollierenden Polizisten in einem Tiefkühlbeutel verpackte 61,1 Gramm Kokain gefunden.

Abreisebereit ins Gericht

Am Donnerstag nun verhandelte das Amtsgericht Wildeshausen gegen den 23-Jährigen die Anklage wegen Einfuhr – also Schmuggel – von und Handel mit Betäubungsmitteln in jeweils nicht geringer Menge. Der Prozess endete mit einer Bewährungsstrafe. Nach dem Urteilsspruch durfte der Angeklagte direkt nach Hause fahren – seine Sachen hatte er schon mitbringen dürfen.

Konkret verurteilte ihn das Schöffengericht nur noch wegen Einfuhr der nicht geringen Menge Drogen in einem minder schweren Fall zu einem Jahr und zwei Monaten auf Bewährung. Den Vorwurf des Handeltreibens musste es fallen lassen; er ließ sich nicht nachweisen, nachdem der 23-Jährige ausgesagt hatte, die Drogen nur zum Eigenverbrauch dabeigehabt zu haben. Diese Angabe führte dann auch dazu, dass das Gericht den Fall als „minder schwer“ einstufte.

Kaum Beweise für Handel mit Kokain

Wirklich glaubhaft fand das Schöffengericht die Erklärung des Angeklagten zwar nicht, klang in der Urteilsbegründung durch, sie reichte dennoch für die eher geringe Strafe. Denn wenn einem Angeklagten nicht das Gegenteil nachzuweisen sei, kann er auch nicht deswegen bestraft werden, erörterte die Vorsitzende Richterin die für den Vorwurf des Handels mit Betäubungsmitteln äußerst knappe Beweislage: Es gab keine Waage, keine verräterischen Nachrichten auf seinem Smartphone, keine übermäßig große Menge Bargeld, keine typischen Verpackungen.

So ließ sich die Einlassung des Mannes nicht widerlegen – auch wenn alle glauben würden, es wäre anders gewesen, sagte die Richterin. Für die Erteilung der Bewährung sprach, dass der Mann nicht vorbestraft war, weder in den Niederlanden noch in Deutschland.