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Azubi-Speed-Dating an Oberschule In Bookholzberg erste "Dates" mit künftigen Arbeitgebern?

Von Thomas Deeken | 30.08.2019, 16:52 Uhr

Beim zweiten Azubi-Speed-Dating an der Bookholzberger Oberschule konnten die Schülerinnen und Schüler bis zu fünf kurze Vorstellungsgespräche führen.

„Wir schauen hier nicht auf die Noten. Vielmehr wollen wir den Menschen sehen. Dafür ist diese Aktion hier ein tolles Format.“ Das hat Carmen Stubbe, Ausbildungsleiterin bei Starofit (Stahl-Rohr-Fittings) Klose in Ganderkesee, am Freitagvormittag beim zweiten Azubi-Speed-Dating an der Oberschule an der Ellerbäke in Bookholzberg betont.

Starofit gehörte zu den insgesamt 15 Betrieben, die bei dieser Veranstaltung mitmachten, um über ihre Unternehmen zu informieren und um möglichst Auszubildende oder zumindest Praktikanten gewinnen zu können. Insgesamt nahmen 40 Schüler der Oberschulen Bookholzberg und Ganderkesee sowie drei Teilnehmer des Berufsbildungswerks der niedersächsischen Wirtschaft (BNM) Delmenhorst das Angebot an.

Mehrere kurze Vorstellungsgespräche

Gemeinsam mit Tessa Strodthoff, Auszubildende im ersten Lehrjahr, hatte Carmen Stubbe laut Liste insgesamt acht „Dates“ mit den Schülerinnen und Schülern. Die beiden Mitarbeiterinnen von Starofit hörten sich die jungen Leute und deren Pläne an und stellten fünf Ausbildungszweige in ihrem Haus vor. Dabei ging es um Groß- und Außenhandel, um Büromanagement, um Fachinformatik, Zerspanung und um Lagerlogistik – ein Bereich, der beispielsweise den 15-jährigen Jan-Luca Kempf aus dem neunten Bookholzberger Jahrgang sehr interessierte. „Kfz-Mechatroniker ist aber mein Hauptwunsch. Das ist mein Vater auch“, erklärte Jan-Luca, der insgesamt drei „Dates“ mit Betriebsmitarbeitern hatte. Sein kurzes Fazit: „Das hat mir sehr gut gefallen. Ich habe auch viel Lob gekriegt, weil ich schon mal meine Bewerbungsunterlagen mit dabei hatte und sie abgeben konnte.“

Mehr Betriebe als im Vorjahr

Beim Speed-Dating hatten die Jugendlichen die Möglichkeit, sich zehn Minuten lang bei einem Unternehmen vorzustellen, Fragen zu stellen und sich informieren zu lassen. Allerdings nicht bei jedem der 15 Unternehmen. Vielmehr konnten sich die Schülerinnen und Schüler im Vorfeld bis zu fünf Firmen beziehungsweise Berufsfelder aussuchen und sich auf ein Gespräch vorbereiten – je nach Wunsch, was sie später möglicherweise tatsächlich mal beruflich machen wollen, informierte Schulsozialpädagogin Claudia Hannah Engelien, die das Speed-Dating organisiert hatte und dieses Mal gegenüber dem Vorjahr sechs Betriebe mehr gewinnen konnte. Die jungen Leute hatten dabei die große Auswahl von Garten- und Landschaftsbau über Energiemanagement und Gebäudetechnik bis hin zum Bankgeschäft. Und wer gerade nicht beim Speed-Dating im Einsatz war, konnte sich beispielsweise die Bewerbungsmappen von Claudia Eberhard von der Agentur für Arbeit durchchecken oder Fotos von sich für die Bewerbungsmappe machen lassen.

Am Ende zog Claudia Hannah Engelien ein positives Fazit: „Die Schüler waren sehr gut vorbereitet. Und das Angebot wurde gut angenommen.“

Das unterstrich beispielsweise auch die 14 Jahre alte Kendra Padeken aus dem neunten Jahrgang in Bookholzberg: „Ich war anfangs zwar ein bisschen aufgeregt. Aber die Gespräche waren sehr gut. Und ich habe mich sehr wohl gefühlt“, so die Schülerin, die sich fünf Mal informierte – unter anderem, um möglicherweise Kauffrau für Büromanagement zu werden. Ganz konkrete Vorstellungen hat beispielsweise der 15-jährige Michael Werz, ebenfalls Jahrgang neun in Bookholzberg. Sein Erstwunsch: Kfz-Mechatroniker. Sein Plan: möglichst in den Herbstferien ein Praktikum im Autohaus Rüdebusch in Hude absolvieren, das am Freitag ebenfalls mit dabei war. „Ich kann mir gut vorstellen, Herrn Rüdebusch als Chef zu haben“, so der 15-Jährige.