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Besuchshunde-Teams in Ganderkesee Zwei Beine und vier Pfoten versprechen eine Viertelstunde Glück

Von Ole Rosenbohm | 03.09.2019, 20:03 Uhr

Bei den Maltesern in Ganderkesee haben sich am Montag Besuchshunde-Teams vorgestellt.

Manche können Pfötchen geben, manche einen Würfel über den Boden rollen, andere Männchen machen – eines aber können alle diese Hunde nach einem Kurs des Malteser Hilfsdiensts in Ganderkesee: Menschen, die sie nicht oder kaum kennen, eine echte Freude machen; gelernt in einer 60-stündigen Schulung mit ihren Besitzern innerhalb eines halben Jahres. Zusammen bilden sie jetzt ein ehrenamtliches „Mensch-Hund-Team“ und besuchen Menschen etwa in Seniorenheimen oder auch Schulen und Kindergärten.

13 Teams im ersten Halbjahr ausgebildet

13 solcher Teams haben die Malteser im ersten Halbjahr 2019 ausgebildet, in Theorie und Praxis. Lerninhalte: Gehen am Rollstuhl oder Rollator, Verhalten in einer Gruppe, auch theoretisches Wissen über alterstypische Krankheiten wie Demenz. Eine Hundetrainerin war dabei, auch eine Tierärztin.

Jeder zeigte ein Kunststück

Die Teams kommen nach dem Kurs immer noch regelmäßig zur Reflexion zusammen. Am Montag aber war ein besonderer Tag: Sie präsentierten sich Interessierten, etwa Mitgliedern des Round Table Delmenhorst, der 1000 Euro Spenden für das Besuchshunde-Projekt gesammelt hat. Jeder frisch ausgebildete Besuchshund zeigte ein Kunststück, und Pastoralreferent Thomas Fuhrmann (St. Marien) segnete bei dieser Gelegenheit die Tiere – der Hilfsdienst, der jetzt ein Jahr auch in Ganderkesee eine Zweigstelle hat, ist bekanntlich eine katholische Organisation.

Besuch im Seniorenheim

Draußen in den Heimen waren sie auch schon. Iris Cron aus Stuhr mit ihrer Aruna zum Beispiel besucht inzwischen regelmäßig eine alte Dame in einem Seniorenheim, berichtet sie. Diese Dame leide an Demenz, „aber uns erkennt sie jedes Mal“. Cron merke, wie viel Spaß die Hündin der Besuchten macht. „Es ist schön, jemandem wenigstens eine Viertelstunde etwas Glück zu schenken, sie etwas in Bewegung zu bringen“, sagt Cron. Die Besuchten dürfen den Hund streicheln, mit ihm ein Spielchen machen und – wichtig – dem Tier danach ein „Leckerli“ zur Belohnung geben. Aufmerksam wurde sie auf die ehrenamtliche Arbeit in ihrer Hundeschule, die sie mit Aruna besucht.

Höchstleistung für den Hund

Heike Walter, Geschäftsführerin der Malteser in Delmenhorst, hat den Kurs ins Leben gerufen. Sie weiß: Der Besuch in einem solchen Heim – ob bei einem einzelnen Bewohner oder in einer Gruppe – bedeutet für den Hund viel Stress: fremde Menschen, fremde Gerüche, viele Geräusche, ständig kommen Hände zum Streicheln. „So ein Hund muss bei diesen Besuchen Höchstleistungen erbringen“, sagt Walter. „Nach 20 Minuten ist der einfach fertig, das merkt man.“

Ein Lächeln ist der größte Dank

Walter weiß aber auch, wie viel Eindruck der Besuchshund macht. „Ich muss nicht kommen, nur der Hund muss kommen“, erzählt die Besuchshunds-Koordinatorin schmunzelnd, deren Hündin Luna als ausgebildeter Therapiehund die erfahrenste von allen auf vier Pfoten ist. „Meistens wartet schon eine Traube von Bewohnern am Eingang auf uns, und alle freuen sich. Oh, Luna kommt, heißt es dann, endlich ist Luna wieder da – sie kommen gar nicht dazu, mich zu begrüßen.“ Macht aber nichts. Wenn die Besuchten gestreichelt, gekuschelt und gespielt haben, seien sie so glücklich, dass ihr Lächeln schon der größte Dank sei.

Ab Januar wird Walter, die auch gerade selbst eine Ausbildung zur Hundetrainerin macht, einen neuen Kurs leiten. Sie sucht noch Spenden, hofft auf eine erfolgreiche Geldsammelaktion bei der Volksbank.

Vorbereitungstreffen am 11. November

Zum neuen Kurs findet am 11. November ein Vorbereitungstreffen statt. Wer mitmachen will oder auch eine Begleitung „auf zwei Beinen und vier Pfoten“ buchen will, kann sich an die Geschäftsstelle der Delmenhorster Malteser unter Telefon (04221) 17006 oder per E-Mail an heike.walter@malteser.org wenden.