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Dank für freiwillige Müllsammler Immer mehr wilde Müllkippen verschandeln die Landschaft

Von Dirk Hamm | 05.09.2019, 11:02 Uhr

Der Landkreis Oldenburg verzeichnet seit Jahren eine Zunahme von wilden Müllkippen. Zugleich zeigt sich ein erfreuliches Engagement von Freiwilligen bei der Aktion Saubere Landschaft.

Jedes Jahr ziehen sie mit Handschuhen, Greifern und Müllbeuteln ausgerüstet los, um in ihrem Umfeld an Straßen, Wegen und Plätzen für mehr Sauberkeit zu sorgen: 99 Gruppen aus Vereinen, Schulen und Dorfgemeinschaften haben sich in diesem Jahr an der 45. Auflage der kreisweiten Aktion Saubere Landschaft beteiligt. Als Dank überreichte Landrat Carsten Harings am Dienstagnachmittag Urkunden und Preisgelder an die Vertreter der teilnehmenden Gruppen. Zugleich ist eine seit Jahren steigende Zahl von wilden Müllkippen im Landkreis zu beklagen, wie aus dem Kreishaus gestern nitgeteilt wurde.

Ganderkesee stellt die meisten Müllsammlerteams

Bei der Preisverleihung waren die Ganderkeseer zahlenmäßig am stärksten vertreten. Insgesamt 22 Teams aus der Gantergemeinde haben beim großen Aufräumen beherzt den in die Landschaft geworfenen Unrat aufgesammelt. Neben den diversen Orts- und Heimatvereinen machten in diesem Jahr auch der Fuhrenkamp-Schutzverein, die Pfadfindergruppen „Moorfüxe“ aus Bookholzberg und „Trupp Kelten“ aus Rethorn, die THW-Jugend Hude-Bookholzberg, die Jugendfeuerwehr Bookholzberg, die Vogelfreunde 1976 Ganderkesee und die Jägerschaft Neuenlande mit. Aus Wardenburg beteiligten sich 21 Vereine, Gemeinschaften, Schulen und Kitas, aus Großenkneten 18.

Zwei Seiten einer Medaille

Landrat Harings beleuchtete in seinem Grußwort nach dem Dank für dieses bürgerliche Engagement die zweite, unerfreuliche Seite der Medaille: Der achtlos weggeworfene Müll mache ihn „richtiggehend sauer“. Deshalb habe die Aktion auch nach 45 Jahren „nicht einen Deut an Aktualität verloren“. Dass das Thema Umwelt- und Klimaschutz seit einiger Zeit Topthema in sämtlichen Lebensbereichen ist, sei in Teilen der Wegwerfgesellschaft offenbar nicht angekommen. „Manchmal wünscht man sich da einfach noch schärfere Strafen“, meinte der Landrat.

Illegale Müllablagerungen nehmen zu

Ein besonderes Ärgernis sind die an vielen Stellen anzutreffenden wilden Müllkippen. Die Fallzahlen von illegalen Müllablagerungen in der freien Natur steigen im Landkreis Oldenburg stetig an, teilte Kreissprecher Oliver Galeotti am Dienstag mit, immer wieder gingen Meldungen bei der unteren Abfallbehörde des Kreises ein. Demnach hat sich die Zahl der jährlichen Fälle von unerlaubter Müllentsorgung in den Jahren 2005 bis 2018 von 310 auf 860 Fälle fast verdreifacht.

Empfindliche Bußgelder drohen

Wilde Müllablagerungen müssen durch externe Entsorgungsfirmen eingesammelt und einer Verwertung oder Beseitigung zugeführt werden. Werden Verursacher ermittelt, müssen diese alle anfallenden Kosten übernehmen und ein empfindliches Bußgeld bezahlen, das sich laut Stefanie Siefken-Hahn, Leiterin des Amtes für Bodenschutz und Abfallwirtschaft beim Kreis Oldenburg, schnell im vierstelligen Bereich bewegen kann. Rund 50.000 Euro – Tendenz steigend – zahle der Kreis jährlich für die Beseitigung von wilden Müllablagerungen. Das ist Geld, das „im Endeffekt auf die Gebührenzahler umgelegt“ werden müsse.

Hinweise aus der Bevölkerung nehmen beim Landkreis Oldenburg Hergen Stolle oder Sabrina Grensemann unter Telefon (04431)85-443 oder (04431)85-671 entgegen.