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Ausschuss für Gemeindeentwicklung Entscheidung über neues Baugebiet in Elmeloh vertagt

Von Dirk Hamm | 06.09.2019, 22:26 Uhr

Der Ausschuss für Gemeindeentwicklung hat sich nicht zu einer Entscheidung über das mögliche Baugebiet nördlich der Elmeloher Straße durchringen können.

„Wir müssen nicht auf Teufel komm raus jeden Quadratmeter in Ganderkesee bebauen.“ Michael Sorg, Ratsherr von Bündnis 90/Die Grünen, verlieh am Donnerstagabend in der Sitzung des Ausschusses für Gemeindeentwicklung am drastischsten der Position Ausdruck, aus Naturschutzgründen auf die Baulandentwicklung in einem bestimmten Bereich Elmelohs zu verzichten. FDP, UWG und Freie Wähler sahen es ähnlich. Dennoch hat der Ausschuss mit der Mehrheit von CDU und SPD die Tür für eine Wohnbebauung erst einmal offengelassen.

Geschütztes Grünland ist Knackpunkt

Konkret ging es um die Frage, ob in dem Ortsteil auf einer Fläche nördlich der Elmeloher Straße und westlich der Straße Am Holz Wohnbebauung ermöglicht werden soll. Bislang konnten sich Verwaltung und Ratspolitik nicht zu einer Bauleitplanung für dieses Gebiet entschließen. Der Grund: Auf der zu beplanenden Fläche befindet sich sogenanntes mesophiles Grünland. Dabei handelt es sich um einen Grünlandtyp, der gesetzlich unter Schutz gestellt ist. Die Verwaltung hatte jetzt vorgeschlagen, keinen Bebauungsplan aufzustellen.

Eine Entscheidung über diese Frage ist jedoch vom Ausschuss für Gemeindeentwicklung zurückgestellt worden. Die SPD hatte weiteren Beratungsbedarf angemeldet, die CDU unterstützte die Sozialdemokraten darin, vorerst noch keinen Beschluss zu treffen.

Grünfläche noch einmal untersucht

Der Ausschuss hat sich bereits in der Vergangenheit mit einer möglichen Baulandentwicklung in diesem Bereich befasst. Zuletzt war im Januar dieses Jahres eine erneute Untersuchung des bereits 2016 kartierten mesophilen Grünlands in Auftrag gegeben worden. „Es hat sich nichts geändert“, so lautete das Ergebnis, wie Gemeindeentwicklungsleiter Peter Meyer im Ausschuss berichtete. Im südlichen Bereich des potenziellen Plangebiets auftretende Pflanzenarten wie etwa Spitzwegerich, Großer Sauerampfer oder Gänseblümchen sind laut dem Bericht des beauftragten Biologen kennzeichnende Arten für den Biotoptyp des mesophilen Grünlandes.

Verwaltung sieht keine Eile

Mit 1,13 Hektar Fläche dieser Form des Grünlandes ist nördlich der Elmeloher Straße und nwestlich Am Holz der gesetzliche Schwellenwert von einem Hektar überschritten, erklärte Meyer. Sollte trotz des Schutzstatus’ dennoch die Absicht verfolgt werden, an dieser Stelle zu bauen, müssten Ausgleichsflächen gefunden werden. Und das ist nicht so einfach, informierte Meyer: „Im Moment gibt es in Ganderkesee keine geeignete Fläche, auf der mesophiles Grünland angelegt werden könnte.“ Außerdem müssten für ein Bauleitverfahren ausgerechnet in diesem geschützten Gebiet schon gute und tragfähige Gründe ins Feld geführt werden. Aus Sicht der Verwaltung bestehe keine Eile, eine Entscheidung zu treffen.

Bauen in zweiter Reihe

Um Nachverdichtung ging es bei zwei weiteren Bebauungsplänen, mit denen sich der Ausschuss am Donnerstag befasste. Für das Gebiet „Nördlich Schönemoorer Landstraße/westlich Kortenkamp“ in Heide schlägt die Verwaltung vor, einen Bebauungsplan aufzustellen. Zwar sei dort schon eine durchgehende Bebauung vorhanden, erklärte Peter Meyer, doch sei die Gemeinde immer wieder mit der Frage konfrontiert worden, ob Häuser in zweiter Reihe gebaut werden dürfen. Dies sei bislang vom Landkreis abschlägig beschieden worden. Die SPD hatte beantragt, die Bebauung in rückwärtiger Lage zwischen den Hausnummern 88 und 108 zu ermöglichen. Der Ausschuss für Gemeindeentwicklung sprach sich für ein Verfahren zur Aufstellung eines Bebauungsplans aus. Lediglich Grünen-Ratsherr Sorg stimmte dagegen.

Nachverdichtung im "Malerviertel"

Beschlossen wurde außerdem, für eine Änderung des Bebauungsplans für das „Malerviertel“ zwischen Mackensen-, Cranach- und Overbeckstraße in Ganderkesee die notwendigen Beteiligungsverfahren einzuleiten. Dabei geht es um die Teilung von Grundstücken, um weitere Häuser errichten zu können. Dagegen stimmte diesmal neben Michael Sorg auch Volker Schmidt von den Freien Wählern. Aber auch Thorsten Busch (UWG) und Hans-Jürgen Hespe (FDP) äußerten sich skeptisch, da im „Malerviertel“ kaum noch Kapazität für eine zusätzlicher Verdichtung und den dadurch ansteigenden Verkehr vorhanden sei.