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Vorbereitungen für Freilichttheater Anfang November Casting für den "Brudermord" in Bergedorf

Von Bettina Dogs-Prößler | 02.10.2019, 11:41 Uhr

Wer sich traut, kann im kommenden Jahr Teil einer Freilichttheater-Inszenierung in Bergedorf sein: Für das Stück "Brudermord" mit lokalhistorischem Hintergrund werden noch Laienschauspieler gesucht. So weit sind die Vorbereitungen bereits gediehen.

Die Premiere des ersten Bergedorfer Freilichttheaters „Brudermord“ steht fest: Am Donnerstag, 23. Juli 2020, soll das lokalhistorische Drama im Garten von Gerd und Gaby Logemann uraufgeführt werden. Veranstaltungsort ist die Engelswiese hinter dem Kapellennachbau. An diesem Ort soll laut Gerd Logemann im Jahr 1192 Graf Christian von Oldenburg tatsächlich heimtückisch ermordet worden sein.

Am Dienstagvormittag haben die Vertreter vom „Verein zur Förderung der Dorf- und Kulturgemeinschaft Bergedorf“, der eigens für das Freilichtschauspiel gegründet wurde, in der Logemannschen Klosterschänke den aktuellen Stand der Vorbereitungen vorgestellt. Mehr als 40 Schauspieler sind für das Stück vorgesehen, 30 davon mit Sprechrolle. Laut Logemann haben 20 Akteure bereits zugesagt, die übrigen sollen am ersten Novemberwochenende bei einem Vorsprechen verpflichtet werden.

Komiker inszeniert ernstes Stück

„Ich wundere mich, dass so viele zugesagt haben, das stimmt mich optimistisch“, sagte der geschichtsinteressierte Landwirt. Regie führt der Delmenhorster Schauspieler Markus Weise, der mit „Brudermord“ zum ersten Mal auch ein Freilichtstück von dieser Größe inszenieren wird. „Die Herausforderung wird sein, so viele Leute auf der Bühne gut aussehen zu lassen“, meinte der Comedian bei dem offiziellen Pressegespräch.

Obwohl der Delmenhorster Weise vor allem als Komiker bekannt und ausgebildeter Humorberater ist, ist „Brudermord“ jedoch als ernsthaftes Stück mit Tiefgang gedacht, das auch mit inszenatorischer Qualität überzeugen will. So werden Bühnenbild und Kostüme vom professionellen Bühnenbildner Georgis Kolios vom Staatstheater Oldenburg gestaltet, auch Licht-und Tontechnik werden erfahrenen Händen überlassen. Die Umsetzung des Bühnenbildes übernimmt die Ländliche Erwachsenenbildung Ganderkesee.

Platz für 400 Zuschauer

Wer das Drehbuch geschrieben hat, kann bislang jedoch nur vermutet werden. Der Autor versteckt sich hinter dem Pseudonym Walter Wiesel und möchte nicht mit echtem Namen erkannt werden.

Elfmal soll „Brudermord“ bis Ende September 2020 über die Bühne laufen, pro Vorstellung können 400 Zuschauer zusehen. Die werden auf einer mobilen Tribüne auf der Engelswiese Platz finden und umgeben von Wiesen und Bäumen ein „Stück Bergedorfer Weltgeschichte“, wie Gerd Logemann es formuliert, verfolgen. „Die ganze Dramatik um die Anstiftung zum Brudermord wird dargestellt.“

Mehr Informationen:

Premiere von "Brudermord" ist am Donnerstag, 23. Juli 2020, um 20 Uhr. Bis Ende September sind elf Aufführungen geplant, in den Sommerferien wird eine dreiwöchige Spielpause eingelegt. In der etwas mehr als zweistündigen Vorstellung ist eine Pause angedacht, in der auch Getränke und ein Imbiss angeboten werden. Karten gibt es für 19,50 Euro. Interessierte, die Lust haben, in dem Stück mitzuwirken, melden sich bei Gerd Logemann unter Telefon (04222)8293 oder per Mail an logemann.g@web.de.

Im Mittelpunkt steht die Ermordung des Grafen Christian von Oldenburg durch seinen Bruder Moritz, die im Jahr 1192 tatsächlich auf dem Logemannschen Grundstück stattgefunden haben soll und die das große Finale der Aufführung darstellen wird. Den Anfang nimmt das Stück in der Gegenwart: Bei Erdarbeiten zu einem Hotelneubau – Bergedorf soll staatlich anerkannter Erholungsort werden – stoßen Bauarbeiter auf Überreste eines Klosters. Nach und nach tauchen die Akteure dann in die Welt des Hochmittelalters ein und versuchen zu rekonstruieren, wie die Beziehung von Christian und Moritz von Oldenburg gewesen sein und was den Älteren dazu bewogen haben könnte, den Mord an seinem jüngeren Bruder in Auftrag zu geben.

„Die Geschichte ist natürlich fiktiv“, betont Regisseur Weise. Auch eine historische Beratung habe es nicht gegeben. Dafür gebe es alles, was ein gutes Schauspiel brauche: „Mord, Liebe und Intrigen.“ Für Zuschauer soll die Welt der einstigen Ritter und Grafen bereits beim Betreten des Logemannschen Hofes zu spüren sein. „Es soll ein wirkliches Mittelalterspektakel werden“, verspricht Markus Weise. Nicht nur auf der Bühne, auch schon auf dem Weg dorthin.