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Ausstellung in Hude Wachstum als Entstehen – oder als Geschwür

Von Kai Hasse | 16.10.2019, 17:06 Uhr

Der Künstler Wolf E. Schultz stellt wieder im Skulpturenhaus in Hude aus. Bald ist die Vernissage. Diesmal geht es um das Wachstum – und seine unterschiedlichen Bedeutungen.

Wachstum und seine unterschiedlichen Formen werden die Themen sein bei der gleichnamigen Ausstellung, die am kommenden Samstag, 19. Oktober, im Skulpturenhaus Hude eröffnet wird. Dabei nutzt der Künstler, Wolf E. Schultz, viele verschiedene Perspektiven, um mit seinen Kunstwerken das Thema Wachstum abzubilden.

Ausstellung zwischen zwei Polen

Bis Mai 2020 wird die Ausstellung laufen. Die Vernissage ist um 15 Uhr. Der 79-jährige Huder Schultz begrüßt bereits seit mehreren Jahren die Kunstinteressierten der Region in Hude mit seinen Ausstellungen. Bei dem Thema „Wachstum“ interessierte ihn, ob es im gesellschaftlichen Kontext ein Problemlöser und Wohlstandsbringer ist – oder doch ein begrenztes Phänomen, das zum Beispiel für den Klimawandel mitverantwortlich ist. Angelehnt an diese beiden Pole entstanden dann auch seine Kunstwerke, die organischen Formen nachempfunden sind. In Schultz’ Fall heißt das: Stellt er Wachstum als Metamorphose dar, als etwas Keimendes, sich Entwickelndes – oder als wuchernde Bedrohung in Form von Krebs? Als Materialien für seine Skulturen benutzt er dabei Marmor, Bronze und Holz.

Besucher sollen sich selbst Fragen stellen

Schultz hält fest: „Ich werde diese Fragen mit meiner neuen Ausstellung nicht beantworten können, aber ich kann zeigen, wie mich diese Fragen beschäftigt haben und vielleicht bei den Besuchern neue Fragen anregen.“ Während der Vernissage wird er einleitende Worte sprechen und persönlich durch die aktuelle Ausstellung führen.

1993 gründete Schultz das Skulpturenhaus, eine Dauerausstellung mit seinen Werken. Vor vier Jahren ist Schultz mit seinen Arbeiten in das kulturelle Herz von Hude, den Klosterbezirk, gezogen. In der alten Remise sind nun in regelmäßigen Abständen Themenausstellungen mit Werken aus seiner fast 50-jährigen Schaffenszeit zu sehen. Von Werken aus Privatbesitz bis hin zu neuen Skulpturen, die er noch immer bearbeitet und die käuflich erworben werden können.

Ehrung steht an

Für sein künstlerisches Engagement wird Wolf E. Schultz am 5. Dezember im Kreishaus Wildeshausen mit dem Kunst- und Kulturpreis 2019 für sein Lebenswerk ausgezeichnet.

Auch hier wird eine kleine Begleitausstellung mit Werken des Künstlers zu sehen sein. „Ich nenne sie ,Oldenburger Unterwelten', da ich ausschließlich große Mooreichenteile zeige, die mehrere Jahrhunderte im Untergrund des Oldenburger Landes verborgen waren.“