Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Prozess vor dem Jugendgericht Junger Wildeshauser lässt das Frisieren von Motoren nicht

Von Ole Rosenbohm | 24.07.2019, 21:12 Uhr

Ein 19 Jahre alter Wildeshauser musste sich nun vor dem Jugendgericht verantworten, weil er immer wieder aufs Neue mit frisierten Rollern erwischt worden war. Jetzt ist sein Führerschein in Gefahr.

Das Frisieren von Kleinkrafträdern gehört unter manchen Jugendlichen offenbar noch immer zu einem beliebten Hobby. Das zeigte sich jetzt vor dem Jugendgericht Wildeshausen, vor dem sich ein 19-Jähriger verantworten musste, der mittlerweile schon ein halbes dutzend Mal mit zu schnellen Rollern – die eigentlich auf 25 Stundenkilometer gedrosselt sind – im Straßenverkehr aufgefallen war.

Angeklagter wird erneut mit frisierter Maschine erwischt

Nachdem zwei Verfahren gegen den Auszubildenden aus Wildeshausen in den Jahren 2017 und 2018 noch gegen Ermahnung eingestellt worden waren, wurde er im vergangenen Februar erneut mit einer frisierten Maschine am Wildeshauser Westring erwischt. Anschließend wurde er im Mai von der Polizei gesehen, als er telefonierend mit 45 Stundenkilometern auf der B214 fuhr.

Jugendgerichtshelfer kann Verhalten nicht nachvollziehen

Richtig ärgerlich ob dieser Vergehen wirkte der Vertreter der Jugendgerichtshilfe in dem Prozess. Der Angeklagte hatte die Fahrt im Mai nur kurz vor einem Gespräch mit ihm wegen des ersten Vorfalls gemacht. Zudem hatte er kurz davor auch ein Verkehrsseminar besucht, um das Gericht milde zu stimmen. "Was muss noch passieren, damit Sie es begreifen?", fragte er den jungen Angeklagten verständnislos.

Verurteilung nach Jugendrecht – Führerschein in Gefahr

Als Heranwachsender mit jugendtypischen Verfehlungen wurde der 19-Jährige nach Jugendrecht zu 200 Euro Geldbuße und zwei Monaten Fahrverbot für jegliches Kraftfahrzeug verurteilt. Einsicht oder Reue sah keiner der Prozessbeteiligten bei ihm, zumal er zunächst versucht hatte, sich unter anderem mit einem zufällig verschobenen Riegel herauszureden. Am Ende gab er dann doch zu, selbst tätig geworden zu sein. Er wäre seinen Kumpels ungern langsam hinterhergefahren.

Demnächst wollte der junge Mann eigentlich seinen Führerschein machen. Dafür würde er jeden Monat Geld zurücklegen. Doch schon jetzt droht ihm eine durch die Verkehrsbehörde angeordnete Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU), was die Erlangung der Fahrerlaubnis extrem verteuern dürfte. Sollte er noch mal erwischt werden, so wurde ihm gesagt, könne er sich das Geld für den Führerschein gleich sparen.