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Frau soll mit Glasflasche geschlagen haben Blutiger Ehestreit in Großenkneten bleibt ohne Folgen

Von Ole Rosenbohm | 26.07.2019, 15:28 Uhr

Nach kurzem Prozess ungesühnt ist vor dem Amtsgericht Wildeshausen eine blutige Auseinandersetzung zwischen zwei Eheleuten aus Großenkneten geblieben: Weil sowohl die angeklagte 55-Jährige, als auch ihr Ehemann im Prozess die Aussage verweigerten, stellte das Gericht das Verfahren ohne Auflagen ein.

Die Tat soll sich im vergangenen März in einer Nacht zu Sonntag abgespielt haben. Das Paar war offenbar mächtig betrunken – die Polizei stellte bei der Frau später einen Blutalkoholgehalt von 2,74 Promille fest – und geriet in einen Streit, der im Schlag mit einer Glasflasche auf den Kopf des Ehemanns gipfelte. Der Mann soll stark geblutet haben. Der gemeinsame Sohn rief Polizei und Krankenwagen.

Ehemann sieht Gattin nicht als Straftäterin

Inzwischen aber haben sich beide offenbar wieder vertragen. „Ich sehe meine Frau nicht als Straftäterin“, sagte der Ehemann lediglich, weitere Angaben zum Hergang machte er nicht. Weil die Richterin vermutete, auch der Sohn würde die Aussage verweigern – was er als naher Verwandter der Angeklagten ebenso wie der Ehemann auch dürfte – sah sie keinen Sinn darin, die Beweisaufnahme an einem zweiten Verhandlungstag fortzusetzen.

Richterin ärgert sich über Aussageverweigerung

Dass sie das Verfahren aber „wegen nichts und wieder nichts“ einstellen musste, ärgerte sie schon: Ein Gerichtsverfahren koste Geld, es sei keine Spaßveranstaltung, sagte sie. Da sei es ärgerlich, wenn erst „eine Welle geschlagen“ werde, aus der nichts herauskomme. Gemäß den Vorschriften muss die Angeklagte nicht einmal die Prozesskosten tragen.