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Brand an der Lindenstraße Großfeuer macht Wohnhaus und Krippe in Ganderkesee unbewohnbar

Von Jan Eric Fiedler | 20.07.2019, 15:21 Uhr

Bei einem Dachstuhlbrand an der Lindenstraße in Ganderkesee ist am Samstagnachmittag ein Wohnhaus unbewohnbar geworden. Auch die Kinderkrippe "Sonnenblume" war vom Brand betroffen. Der Schaden beträgt laut Polizei 300.000 Euro.

Der Feuerwehr war zunächst nur ein Kleinbrand auf dem Balkon des Hauses gemeldet worden. Als ein Rettungswagen als erstes Einsatzfahrzeug am Brandort angekommen war, hatten die Flammen bereits auf das Dach des Gebäudes übergegriffen.

Bewohner versucht, Nachbarn zu alarmieren

Zu Beginn des Einsatzes war unklar, ob sich noch Personen in der Dachgeschosswohnung befinden. Der Bewohner der darunter liegenden Wohnung hatte laut Benjamin Mahlstedt, stellvertretender Sprecher der Feuerwehren im Landkreis, noch versucht, durch Klopfen an der Tür auf den Brand aufmerksam zu machen, bevor er sich selbst retten musste. Deshalb rückten zunächst Einsatzkräfte unter Atemschutz in das Gebäude vor, um in der Wohnung nachzusehen. Dabei musste laut Mahlstedt schweres Gerät eingesetzt werden, um die massive Wohnungstür zu öffnen.

Hunde in der Wohnung

In der Wohnung fanden die Feuerwehrleute keine Menschen, dafür haben zwei Hunde. Diese wurden über Leitern aus der Wohnung gerettet. Verletzungen erlitten sie beim Feuer nicht. "Sie waren etwas aufgeregt", erklärte Mahlstedt. Später konnten sie ihrer Besitzerin, die zwischenzeitlich telefonisch erreicht wurde, übergeben werden.

Das Gebäude wird allerdings laut Mahlstedt durch die massiven Brandschäden am Dach sowie die Auswirkungen der Rauchs und des Löschwassers auf absehbare Zeit nicht bewohnbar sein. Das gilt auch für die Kinderkrippe "Sonnenblume", die im Erdgeschoss des Gebäudes untergebracht ist. Wegen der Ferienzeit war dort für die kommende Woche ohnehin kein Betrieb vorgesehen. "Die Gemeinde wird sich jetzt darum kümmern, die Kinder auf andere Einrichtungen zu verteilen", sagte Mahlstedt. Laut Mitteilung der Polizei ist bei dem Brand ein Sachschaden von 300.000 Euro entstanden. Der Brandort wurde beschlagnahmt.

Starke Rauchentwicklung

Zu kämpfen hatten die Feuerwehren mit einer starken Rauchentwicklung. Diese war laut Mahlstedt einerseits durch das komplett ausgebaute Dach bedingt. Die Flammen haben sich durch das Dämmaterial gefressen. Andererseits war das Wetter als Ursache zu sehen: Der Wind drückte den Rauch nach unten. Zeitweise waren die Anwohner des Ganderkeseer Ortskerns aufgefordert worden, Türen und Fenster geschlossen zu halten.

Mehr als 100 Einsatzkräfte vor Ort

Insgesamt waren fünf der sechs Ganderkeseer Ortsfeuerwehren im Einsatz: Die Ortsfeuerwehren Ganderkesee, Bergedorf, Havekost und Schierbrok waren mit dem Löscharbeiten beschäftigt, die Ortsfeuerwehr Bookholzberg stellte währenddessen den Brandschutz sicher. Laut Mahlstedt waren bis zu 105 Feuerwehrleute vor Ort. Und auch die Bereitschaften des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) aus Ganderkesee und Hude waren im Einsatz, um die Rettungskräfte bei ihren stundenlangen Anstrengungen mit Getränken, belegten Broten und Würstchen zu verpflegen. Die 22 Helferinnen und Helfer rückten in sechs Einsatzfahrzeugen an und errichteten eine Verpflegungsstelle auf dem Gelände des Jugendzentrums, das die Gemeinde dafür zur Verfügung stellte. Örtliche Einzelhändler unterstützten mit Lebensmittel-Nachschub.