Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Wohnungsbau in Ganderkesee Ganderkesee bleibt bei Bauland in der Offensive

Von Reiner Haase | 24.05.2019, 19:30 Uhr

Ganderkesee bleibt bei Wohnbauflächen an mehreren Orten in der Gemeinde auf Wachstumskurs. Der geplante Flächenzuwachs am Schierbroker Mühlenweg ist nun beschlussreif. Zurzeit läuft dort eine archäologische Spurensuche.

Das Fachbüro Denkmal3D aus Vechta sucht zurzeit das geplante Baugebiet westlich des Schierbroker Mühlenwegs nach Spuren aus der Vorzeit ab. In dem 3,6 Hektar großen Gebiet sind kleinere Funde gemacht worden, aber offenbar nichts, was die Bebauung verzögern oder gar ausschließen könnte. Der Ausschuss für Gemeindeentwicklung hat dem Entwurf des Bebauungsplans jetzt mit deutlicher Mehrheit zugestimmt.

Mix großer und kleiner Häuser

Wenn der Gemeinderat dem Votum in seiner Sitzung am 20. Juni folgt, könnte Anfang 2020 der Bau eines Mixes aus kleinen Wohnhäusern auf kleineren Grundstücken sowie größerer Einzel- und Doppelhäuser auf größeren Grundstücken beginnen. Hier sind auch vier Mehrfamilienhäuser vorgesehen einschließlich sozial geförderter Wohnungen.

Ortsverein eingebunden

Im Ausschuss für Gemeindeentwicklung stellten sich allein Thorsten Busch von der UWG und der Grüne Volker Schulz-Berendt gegen das Baugebiet. Die Grünen sind mit Hinweis auf den Flächenverbrauch generell gegen jedes Bauland außerhalb der vorhandenen Ortsgrenzen. Busch betonte, dass die UWG den Bau eines bis zu zwölf Meter hohen Mehrfamilienhauses nahe dem Wald südlich des Baugebiets nicht mitträgt. Er fragte nach, ob der Orts- und Heimatverein Schierbrok Stellung genommen hat. "Wir haben die Planung mit dem Verein lange und ausführlich erörtert. Meines Wissens gibt es keine schriftliche Stellungnahme", antwortete Peter Meyer, der Leiter des Fachbereichs Gemeindeentwicklung.

Thema Schottergarten vertagt

Cindy Klüner (CDU) nannte das Projekt "eine maßvolle Abrundung der Bebauung". Rolf Oetken (SPD) betonte, man könne viel für die Umwelt tun, wenn im Bebauungsplan Schottergärten ausgeschlossen würden. Marion Daniel (FDP) plädierte dafür, die Gartengestaltung den Besitzern zu überlassen und nicht regulierend einzugreifen. Fachbereichsleiter Meyer wies darauf hin, dass der Umweltausschuss demnächst über das Thema Schottergärten berät. Die von Anwohnern befürchtete Überlastung des Mühlenwegs mit Verkehr aus dem Neubaugebiet war im Ausschuss für Gemeindeentwicklung kein Thema, auch nicht in den Bürgerfragestunden zu Beginn und zum Ende der Sitzung.

Platz für Reihenhäuser

Im Rathaus lebt die Hoffnung weiter, dass sich im Baugebiet Bargup ein Einzelhandelsgeschäft ansiedelt. Zwei Unternehmen hätten vorsichtig angefragt, berichtete Fachbereichsleiter Meyer. Konkretes habe sich noch nicht herauskristallisiert. Der Fachausschuss stellte sich im Übrigen hinter den Wunsch der GSG Oldenburg, im nördlichen Teil des Baugebiets neben Mehrfamilien- auch neun Reihenhäuser zu errichten. Laut Meyer wird die Häuserreihe etwa 54 Meter lang.

Wohnen statt Feuerwehr

Wenn die Feuerwehr Bookholzberg voraussichtlich noch im Jahr 2020 an den neuen Standort am Wellenhofsweg neben dem Gewerbe- und Industriegebiet umzieht, wird das alte Feuerwehrhaus an der St.-Florian-Straße zugunsten einer Wohnbaufläche abgerissen. Nach der Weichenstellung des Verwaltungsausschusses im letzten Jahr hat der Ausschuss für Gemeindeentwicklung jetzt die erforderliche Änderung des Bebauungsplans eingeleitet. UWG-Ratsherr Busch meldete vergebens weiteren Beratungsbedarf an. Seine Begründung, bis zum Umzug der Feuerwehr gehe noch viel Zeit ins Land, wiesen Sprecher anderer Ratsparteien zurück. Auch während des nun eingeleiteten Verfahrens gebe es noch mehrfach Gelegenheit zu Beratungen im Detail.

Baulücke wird geschlossen

Eine grüne Wiese im Bereich Kornkamp in Hoykenkamp wird demnächst mit einem Einzel- oder Doppelhaus bebaut werden können. Einst war hier ein nie gebauter Spielplatz geplant. Laut Verwaltung kann die Baublockade aufgehoben werden, weil Kinder den nahegelegenen Spielplatz an der Kita Schatzinsel weiterhin nutzen können.