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Lastwagen fährt auf Baustellenfahrzeug Millionenschaden: Tabak-Laster rast in Dötlingen in A1-Baustelle

Von Jan Eric Fiedler | 04.06.2019, 10:53 Uhr

Ein Auffahrunfall zwischen einem 40-Tonner und einem Baustellenfahrzeug auf der Autobahn 1 im Bereich der Gemeinde Dötlingen sorgt für erhebliche Verkehrsbehinderungen in Fahrtrichtung Osnabrück. Die Schadenssumme übersteigt laut Polizei eine Million Euro.

Laut Polizei fuhr ein 43-Jähriger am Dienstag gegen 2.25 Uhr mit seinem Sattelzug auf der Autobahn 1 in Richtung Osnabrück. In Höhe der Anschlussstelle Wildeshausen-Nord war der rechte Fahrstreifen für Bauarbeiten an einer Brücke gesperrt. Auf diese Sperrung wurde mit einem sogenannten Sicherungsanhänger mit LED-Tafel hingewiesen.

Ungebremst in Sicherungsanhänger

Aus Unachtsamkeit übersah der 43-Jährige die errichtete Sperrung und den Sicherungsanhänger und fuhr mit seinem Sattelzug ungebremst auf den Sicherungsanhänger und den davor abgestellten Lastwagen der Sicherungsfirma auf. Durch die Kollision wurde das sichernde Gespann noch etliche Meter nach vorne geschoben.

Sattelzug fängt Feuer

Direkt nach Stillstand fing die Sattelzugmaschine des Unfallverursachers Feuer. "Aufgrund der brandfördernden Ladung der Sattelzugmaschine stand nach kurzer Zeit der komplette Lkw in Vollbrand und griff bereits auf den zweiten Lkw sowie die Berme über", berichtete die Feuerwehr Harpstedt. Nach Angaben der Polizei hatte der Lastwagen Tabak geladen. Es wurde ein massiver Löscheinsatz unter Atemschutz in die Wege geleitet. Während des Löscheinsatzes erfolgte für die Feuerwehr Wildeshausen eine Alarmierung zu einem Garagenbrand im Stadtgebiet.

Schwierige Versorgung mit Löschwasser

Da die Löschwasserversorgung auf der Autobahn laut Feuerwehr sehr schlecht aufrecht gehalten werden kann, wurde ein Pendelverkehr eingerichtet um weiterhin genügend Wasser an die Einsatzstelle zu bekommen. Insgesamt waren rund 100 Feuerwehrleute der fünf Wehren aus Wildeshausen, Brettorf, Groß Ippener, Harpstedt, Dötlingen und Neerstedt im Einsatz. Alle Fahrzeuge brannten vollständig aus. Zusätzlich wurden der rechte Fahrstreifen, der Standstreifen, das Abfahrtschild der Anschlussstelle Wildeshausen-Nord und der Grünstreifen beschädigt.

Sattelzugfahrer schwer verletzt

Der 43-Jährige erlitt schwere Verletzungen, konnte sich aber selbständig aus der brennenden Sattelzugmaschine befreien. Er wurde mit Schnittverletzungen und Verdacht auf eine Rauchgasvergiftung mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus gefahren. Arbeiter auf der errichteten Baustelle blieben unverletzt. Der entstandene Schaden an den vollständig ausgebrannten Fahrzeugen, dem Frachtgut und der Fahrbahn wurde auf mindestens eine Million beziffert.

Autobahn bis Mittag gesperrt

Die Sperrung der Richtungsfahrbahn Osnabrück wurde direkt im Anschluss an den Unfall errichtet. Im weiteren Verlauf wurde durch die Straßen-und Autobahnmeisterei Wildeshausen eine Vollsperrung am Dreieck Stuhr eingerichtet.Aufgrund der starken Rauchentwicklung musste auch die Richtungsfahrbahn Hamburg gesperrt werden. Diese Sperrung konnte gegen 4.45 Uhr aufgehoben werden.

Umleitung über A28 empfohlen

Für Autos auf dem Weg auf der A1 in Richtung Osnabrück wurde eine Umleitung über das Dreieck Stuhr auf die A28 und A29 zum Ahlhorner Dreieck eingerichtet. Die Bergungsarbeiten an den immer noch heißen Fahrzeugwracks waren laut Polizei aufwändig, so dass auch erst verspätet mit der Reinigung der Fahrbahn begonnen werden konnte. Das ursprünglich für Mittag geplante Ende der Sperre wurde auf den späteren Nachmittag verschoben. Aufgrund der Fahrbahnschäden wird der Verkehr in Richtung Osnabrück aber auch dann nur mit reduzierter Geschwindigkeit am Unfallort vorbeigeleitet, so die Polizei.

Transporter fährt durch Rettungsgasse

Während der Anfahrt zum Unfallort fiel den Beamten der Autobahnpolizei Ahlhorn der Fahrer eines Kleintransporters auf. Der 37-jährige Fahrer aus Ungarn nutzte die errichtete Rettungsgasse zum schnelleren Vorankommen und musste vor Ort eine Sicherheitsleistung in Höhe von 125 Euro leisten. An der gesperrten Unfallstelle kam er trotzdem nicht vorbei. Der Verkehr, der sich hinter der Unfallstelle gestaut hatte, konnte um 5.45 Uhr langsam an den ausgebrannten Fahrzeugen vorbeigeleitet werden.