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FSJ an der Schule an der Ellerbäke Bookholzbergerin bleibt nach Abschluss freiwillig in der Schule

Von Christopher Bredow | 05.04.2019, 20:52 Uhr

Nach der Schule zurück in die Schule: Für diesen Weg hat sich Alija Thimm entschieden. Wie es nach ihrem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) an der Oberschule in Bookholzberg weitergeht, weiß sie aber noch nicht.

Ursprünglich hatte Alija Thimm nach ihrem Schulabschluss nicht vor, noch ein weiteres Jahr an der Schule an der Ellerbäke zu verbringen. "Ich wollte eigentlich eine Ausbildung zur medizinischen Fachangestellten machen", erzählt die 17-Jährige. Weil das nicht funktioniert hat, schaute sie sich nach einer Perspektive im pädagogischen Bereich um – und stieß auf das Angebot eines Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ) an ihrer eigenen Schule. Kurzerhand bewarb sich die Bookholzbergerin für die gerade neu geschaffene Stelle und erhielt die Möglichkeit, für ein Jahr die Perspektive zu wechseln: Von der Schülerin zu einem Teil des Lehrerkollegiums.

Alija Thimm musste sich erst einfinden

Das fiel ihr zunächst gar nicht so leicht, wie Alija erzählt. Nach acht Monaten, die sie nun schon als Freiwillige an der Schule ist, fühlt sie sich aber von allen Schülerinnen und Schülern akzeptiert: "Ich habe mich gut in die neue Rolle eingefunden. Vor allem zu den Fünftklässlern habe ich eine gute Beziehung aufgebaut." Und wenn es nötig sei, könne sie sich auch durchsetzen. ( Lesen Sie hier: FSJ in Delmenhorst verbindet Schule und Sport.)

Vielfältiger Aufgabenbereich im FSJ an der Oberschule

Zu ihren Aufgaben als FSJlerin gehören vor allem die Frühaufsicht sowie die Unterstützung von Lehrkräften im Sportunterricht. Um den Schwimmunterricht in den fünften Klassen begleiten zu können, hat sie zu Beginn ihres Freiwilligendienstes auch den Rettungsschwimmerschein gemacht. Ganz eigenständig führte sie zudem die aktive Mittagspause für Fünf- und Sechstklässler ein: "Zweimal in der Woche spielen wir in den Pausen teamstärkende Spiele", erklärt die 17-Jährige. Die Begleitung von Ausflügen und Klassenfahrten übernimmt Alija ebenso wie Büroarbeiten wie die Planung von Vertretungen. Auch das Jugendzentrum Kaffeepott unterstützt sie.

Den meisten Spaß hat Alija bei den vielen Aufgaben aber mit den Fünftklässlern: "Mit ihnen arbeite ich am liebsten." Zudem habe das freiwillige Jahr auch sie persönlich weitergebracht:

„"Ich bin selbstbewusster geworden und es fällt mir leichter, auf andere Menschen zuzugehen."“

Wie es für Alija nach dem FSJ im Sommer weitergeht, ist noch offen: "Ich bin noch dabei, mich zu entscheiden." Lehrerin möchte sie aber nicht werden: "Ich schwanke noch zwischen einer Ausbildung im sozialen und medizinischen Bereich", erklärt die 17-Jährige. Ohnehin habe das FSJ an der Schule wenig mit dem Lehrerberuf zu tun, sondern vor allem die Betreuung von Kindern und der Sport stehen im Vordergrund. (Lesen Sie hier: Neue Lehrkräfte kommen in Ganderkesee gut an.)

Oberschule Bookholzberg will FSJ-Stelle erneut besetzen

Initiatorin des FSJ an der Oberschule in Bookholzberg ist Simone Weß. Die Lehrerin kam vor mehr als einem Jahr mit ihrer Idee an die Schule und wollte sie direkt umsetzen: "Es sollte zunächst nur ein Versuch sein, aber es hat sich gelohnt", zieht Weß ein Zwischenfazit: "Beide Seiten profitieren davon. Alija lernt, Verantwortung zu übernehmen, und für die Lehrer ist es in vielen Bereichen eine Entlastung."

Aufgrund der positiven Erfahrungen mit Alija ist die Oberschule für das nächste Schuljahr bereits auf der Suche nach einer Nachfolge. Wer Lust hat, ein FSJ in der Schule an der Ellerbäke zu absolvieren, kann sich bis Freitag, 10. Mai, unter der Telefonnummer (0 42 23) 9 25 34 14 oder per E-Mail an simone.wess@obs-book.de melden.