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Von Freilichtbühne bis Fairtrade Seltene Einigkeit bei allen Beschlüssen im Ganderkeseer Rat

Von Thomas Deeken | 05.04.2019, 14:20 Uhr

Friede, Freude, Eierkuchen im Ganderkeseer Rat: In der letzten Sitzung vor den Osterferien hat es am Donnerstagabend nur einstimmige Beschlüsse gegeben.

So einig wie am Donnerstagabend sind die Ganderkeseer Ratsfraktionen schon lange nicht mehr gewesen – wenn es denn überhaupt schon mal der Fall gewesen ist. Bei allen Beschlüssen gab es ein einstimmiges Votum.

Sogar Lob von den Grünen

Getoppt wurde die Ratssitzung sogar noch von den Grünen: Fraktionschef Dr. Volker Schulz-Behrendt, sonst vor allem durch seine kritischen Anmerkungen bekannt, lobte die Verwaltung für ihren Einsatz für Ganderkesee als zukünftige "Fairtrade-Gemeinde". Lob ging dabei vor allem an Klimaschutzmanager Lars Gremlowski und Christian Siedenstrang von der Wirtschaftsförderung. Er habe zwar auch kritische Töne im Rat anbringen können, das habe er sich aber diesmal verkneifen wollen, sagte Schulz-Berendt. Anscheinend war in den vorherigen Fraktions- und Ausschusssitzungen alles gesagt und diskutiert worden.

Die Beschlüsse im Einzelnen

- Die Gemeinde nimmt an der "Fairtrade Towns"-Kampagne teil und strebt den Titel "Fairtrade-Gemeinde" an. Im Rathaus sollen nach den Kriterien fair gehandelter Kaffee und mindestens ein weiteres Produkt aus fairem Handel angeboten werden. Der Verwaltungsausschuss hatte das zwar schon im Dezember 2017 beschlossen. Laut Bürgermeisterin Alice Gerken reichte das der Organisation Fairtrade Deutschland aber nicht. Sie bestehe auf einen Ratsbeschluss.

Mehrzweckfläche

- Sobald das durch einen Brand beschädigte Wohnhaus an der Urneburger Straße/Ecke Grüppenbührener Straße abgerissen ist, soll dort eine Mehrzweckfläche für die Freiwillige Feuerwehr, den Malteser Hilfsdienst und das Rote Kreuz angelegt werden. Geschätzte Kosten: rund 75.000 Euro einschließlich Gebäudeabriss.

Blockheizkraftwerk

- In der Oberschule Ganderkesee wird ein Blockheizkraftwerk zur Heizungsunterstützung installiert. Veranschlagte Ausgaben: 82.500 Euro. Darüber hinaus soll die Verwaltung Möglichkeiten zur Wärmeversorgung des Hallenbads prüfen.

Geld für Sanierung

- Die Gemeinde stellt Geld zur Sanierung des Hauses 21 im Bookholzberger Spieldorf für das geplante Informationszentrum Freilichtbühne zur Verfügung, wenn das Gebäude gekauft ist. Das Oldenburger Büro Angelis und Partner schätzt die Sanierungskosten auf etwa 257.000 Euro. Die Ganderkeseer Verwaltung hofft darauf, dass sich der Eigenanteil durch Leader-Förderung und durch die Beteiligung des Landkreises auf rund 63.500 Euro reduziert. Ein erstes Okay gab es bereits am Donnerstag auf Kreisebene: Alle Mitglieder des Schul- und Kulturausschusses sprachen sich für die Teilung der Kosten für die Sanierung und darüber hinaus für den Ankauf des Hauses aus. Im Kreisausschuss war von 54.000 Euro für Kauf einschließlich Nebenkosten als Anteil des Landkreises die Rede.

Ehrenratsherr und Plattdeutschbeauftragte

- Und noch zwei einstimmige Beschlüsse: Otto Sackmann von der UWG, der für fünf volle Wahlperioden Mitglied des Rates war, ist nun Ehrenratsherr. Außerdem wurde Meike Ahlers neue Plattdeutschbeauftragte für die Gemeinde Ganderkesee.