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Schnitger-Tage in Ganderkesee enden Von "feuriger" ungarischer Musik bis hin zum Klagelied

Von Thomas Deeken | 11.04.2019, 11:32 Uhr

Endspurt bei den Schnitger-Tagen in der Kirche St. Cyprian und Cornelius in Ganderkesee: Am Freitag, 12. April, gibt es erstmals bei diesem Orgel-Festival eine "lange Tastennacht". Am Samstag, 13. April, stehen am Vormittag eine Orgelführung und am Abend ein Konzert auf dem Programm.

Die "lange Tastennacht" beginnt am Freitag um 20 Uhr mit einem halbstündigen Solo-Orgelkonzert mit Thomas Meyer-Bauer von der Schlosskirche Varel. Anschließend präsentieren ab 20.30 Uhr Jonathan Hiese (Orgel) und Manoel Reinecke (Barockvioline) ihr Programm "Musica della Serenissima – Musik aus der Lagunenstadt". Dabei handelt es sich um "italienischer Barock vom Feinsten", sagt Kreiskantor Thorsten Ahlrichs, der die Schnitger-Tage organisiert hat.

Neues Cembalo wird präsentiert

Nach einer Pause, in der der Rotary-Club Hude-Oldenburg Wein und Brezeln verkaufen will, geht es um 21.30 Uhr mit dem Präsentationskonzert für zwei Cembali weiter. Ahlrichs und Natalia Gvozdkova spielen Werke für zwei Cembali von Johann Sebastian Bach, Georg Friedrich Händel und anderen. Zudem wird Ahlrichs das Spendenprojekt rund um das vor Kurzem gestiftete Instrument erläutern. Das sehr wertvolle Cembalo ist 1981 vom amerikanischen Cembalo-Bauer Keith Hill angefertigt worden und soll vom Oldenburger Cembalo-Bauer Dietrich Hein, der bei Hill gelernt hat, fachgerecht restauriert werden. Dabei geht es nicht nur um den Klang, sondern auch um das Äußere des Tasteninstruments. Die Kirchengemeinde hofft jetzt auf Spenden von Musikliebhabern. Geschätzte Kosten der Restaurierung: rund 10.000 Euro.

Musik mit Streichern und Flügel

Den "feurigen Abschluss" der "langen Tastennacht" macht die Familie Adrian Rusnak. Sie spielt ungarische Musik mit Streichern und Flügel. Der Eintritt zum Konzert ist frei.

Orgelführung und Kurzkonzert

Am Samstag, 13. April, steht ab 11 Uhr eine Orgelführung auf dem Programm. Dabei will der Kreiskantor die Geschichte und Funktion der Orgel erklären, Klangbeispiele geben und alle Fragen rund um das Instrument beantworten. Um 12 Uhr, nach dem Mittagsläuten, spielt er dann ein etwa 20 minütiges Kurzkonzert, um all das, was gesagt wurde, noch einmal mit Musik zusammenzufassen – das Ganze gratis.

Zum Abschluss wird es französisch

Beim Abschlusskonzert am Samstag, 13. April, um 19.30 Uhr wird es französisch. Manja Stephan und Anne Richter werden die "Leçons de ténèbres" von François Couperin singen. Ahlrichs begleitet mit der großen Orgel. Die Textgrundlage für dieses Werk sind die "Lamentationes Jeremiae“, die Klagelieder aus dem Alten Testament. Diese wurden in Frankreich im Laufe der Karwoche gelesen und musiziert. "Couperins Vertonung ist zugleich reichhaltig und schlicht – berückend schön und sehr ernst", so der Kreiskantor. Karten sind an der Abendkasse für acht und zehn Euro erhältlich.