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Elf Verletzte bei Hausbrand Feuer in Wildeshausen – Eltern wollen Kinder aus Fenster werfen

Von Thorsten Konkel | 02.05.2019, 18:14 Uhr

Dramatische Szenen haben sich am Donnerstagnachmittag an der Michaelstraße in Wildeshausen in einem Mehrfamilienhaus wegen eines Kellerbrands abgespielt.

Kurz nach 15 Uhr war der Brand der Feuerwehr Wildeshausen gemeldet worden. Auf der Anfahrt zum Feuerwehrhaus kam ein Feuerwehrangehöriger direkt am Brandort vorbei – zum Glück.

Familie will Kinder in Panik aus dem Fenster werfen

Denn im ersten Stock des Mehrfamilienhauses wollten die Bewohner einer Wohnung in ihrer Panik schon ihre Kinder aus dem Fenster werfen, weil der Fluchtweg durch das Treppenhaus wegen der starken Rauchentwicklung versperrt war. Der Feuerwehrkamerad habe die verängstigten Bewohner jedoch davon abhalten können. Aufgrund seiner Lagemeldung wurden sofort weitere Wehren alarmiert. Auch der Alarm "Massenanfall an Verletzten" wurde später ausgelöst. Das berichtete Wildeshausens Feuerwehrsprecher Daniel Engels am Donnerstagnachmittag.

Die kurze Zeit später eingetroffenen Kräfte der Freiwilligen Feuerwehren aus Wildeshausen, Düngstrup und Dötlingen betraten unter Atemschutz das Gebäude. Parallel wurden elf Bewohner in einer Wohnung des Mehrfamilienhauses festgestellt und unter Einsatz einer Drehleiter von außen aus dem Gebäude geborgen. Bei der Suche nach weiteren Personen in den insgesamt sechs Wohnungen wurden mehrere Türen gewaltsam geöffnet, meldete die Polizei.

Elf Menschen verletzt

Der mit einem Großaufgebot angerückte Rettungsdienst musste die elf Bewohner allesamt vor Ort medizinisch versorgen und zur weiteren Behandlung in umliegende Krankenhäuser bringen. Dazu waren sieben Rettungswagen, zwei Notarzteinsatzfahrzeuge und sechs Fahrzeuge der schnellen Einsatzgruppe Wildeshausen / Ahlhorn vor Ort.

Im Gemeinschaftsraum des Kellers, so der derzeitige Ermittlungsstand, war aus bislang unbekannter Ursache ein Sessel in Band geraten. Insgesamt waren 54 Brandbekämpfer mit zwölf Fahrzeugen vor Ort. Der Keller samt Sessel wurden als Brandort von der Polizei beschlagnahmt. Ob Schaden am verrußten Gebäude entstanden ist, wird aktuell überprüft. Gleiches gilt für die Ursache der Brandentstehung. Gegen 16 Uhr war der Einsatz für die Feuerwehr beendet.

Für den Fall, dass die Bewohner nach der Entlassung aus dem Krankenhaus nicht in ihre Wohnung zurückkehren dürfen, wurde der zuständige Verwalter eingeschaltet. Er wird notfalls eine anderweitige Unterbringung ermöglichen. Verständigte Hausmeister kümmerten sich nach der Freigabe durch die Feuerwehr um die Sicherung der Wohnungen.