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Notfallrettung in Ganderkesee Malteser-Drohne leitet Rettungsdienste zum Ziel

Von Reiner Haase | 03.05.2019, 17:37 Uhr

Die Malteser stationieren in Ganderkesee eine Drohnen-Einsatzgruppe. Das professionelle Fluggerät trägt Kameras in die Luft und liefert den Einsatzkräften bei Notfällen präzise Aufnahmen von der Übersicht bis ins Detail und auch Wärmebilder. Die Gruppe braucht noch Verstärkung.

Ronny Meier bedient mit seinen Daumen das Steuerungsgerät, und schon schießt die mit Kameras bestückte Drohne in die Höhe, verharrt im gewünschten Abstand zur Erdoberfläche. Sofort erscheinen auf dem Flachbildschirm im VW-Transporter der neuen Drohnengruppe der Malteser in Ganderkesee links gestochen scharfe Originalbilder und auf der rechten Hälfte die Aufzeichnungen einer Wärmebildkamera. "Unsere Drohne leistet das gleiche wie ein Hubschrauber, nur viel, viel billiger", stellt Roman Kaminski, Einsatzdienstleiter im Malteser-Bezirk Oldenburg-Nord, fest. "Der Startschuss für die Drohnen-Einsatzgruppe ist jetzt gefallen", ergänzt er.

Katastrophen und Notlagen

Die "fliegenden Augen" am Multikopter machen künftig die Rettungsdienste bei Katastrophen und anderen Großeinsätzen im Landkreis Oldenburg schlagkräftiger. Bei Moorbränden zum Beispiel wie jüngst in Goldenstedt können unterirdische Glutnester im Torf aufgespürt werden. Vermisste Personen können gefunden werden. Bei einer Massenkarambolage auf der Autobahn kann der Einsatzleiter von einem Ende der Unfallstelle sehen, wie es auf dem anderen Ende aussieht, und entsprechende Maßnahmen einleiten.

Große Reichweite

"Die Drohne geht bis zu 3000 Meter hoch und fliegt bis zu 5000 Meter weit. Sie startet auch noch bei Windstärke 6,5. Scharfe Bilder von Details liefern die Kameras auch noch aus 30 Metern Höhe", berichtet Drohnen-Pilot Ronny Meier. Der 43-Jährige bringt schon einige Drohnen-Erfahrung mit, während Co-Pilotin Leonie Hustedt (19) ein Neuling ist und den Drohnen-Führerschein in Kürze erworben haben wird.

Info-Abend in Ganderkesee

Die Malteser haben in die Drohne, das extra umgebaute Begleitauto und die technische Ausstattung laut Kaminski eine ordentliche fünfstellige Summe investiert. Die Drohnengruppe operiert von der Malteser-Dienststelle an der Robert-Bosch-Straße im Ganderkeseer Gewerbegebiet Bookhorn aus. Ein Team besteht aus zwei Piloten, einer Person am Bildschirm und einem Funker. "Wir brauchen noch Verstärkung", sagt der Dienststellenleiter Philipp Seidel. An der Arbeit im Ehrenamt Interessierte im Alter von 18 bis 45 Jahren sind zu einem Info-Abend eingeladen, der am Mittwoch, 22.Mai, um 19 Uhr in der Dienststelle Ganderkesee beginnt.