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Ausschuss für Landwirtschaft und Umwelt Dummbäke-Standort für Ganderkeseer Heckengarten vom Tisch

Von Thomas Deeken | 28.02.2019, 13:41 Uhr

Der Vorschlag der Verwaltung und von Wallheckenexperte Georg Müller, an der Dummbäke in Birkenheide nahe Ganderkesee einen Heckengarten zu errichten, hat keine Fürsprecher in den Fraktionen gefunden. Hier die Argumente der Politiker.

Aus der schnellen Umsetzung eines Heckengartens in der Gemeinde Ganderkesee, der nicht nur als Forschungs- und Dokumentationszentrums dienen , sondern auch viele nationale und internationale Gäste anlocken soll, wird vorerst nichts. Denn der Standort nördlich der Dummbäke und nördlich des Weges Am Kamphusmoor in Birkenheide, zuvor noch von der Verwaltung und von Wallhecken-Experte Georg Müller favorisiert, ist vom Tisch. Das betonte Bürgermeisterin Alice Gerken am Mittwochabend zum Schluss der Sitzung des Ausschusses für Landwirtschaft-, Umwelt- und Klimaschutz. Zuvor hatte es in der Diskussion der Fraktionen keinen einzigen Fürsprecher für dieses Projekt an der Dummbäke gegeben.

Bedenken in der Bürgerfragestunde

"Nach den Statements der Fraktionen ist der Standort für einen Heckengarten an der Straße Am Kamphusmoor nicht realistisch", sagt die Bürgermeisterin. Damit beruhigte sie nicht nur die Ausschussmitglieder, sondern auch Landwirtin Heike Eilers, die selbst eine Weide in unmittelbarer Nähe zur bisher vorgeschlagenen Heckengarten-Fläche besitzt und in der Bürgerfragestunde große Bedenken äußerte. Dabei würde es nicht nur um ihre Tiere auf der Weide gehen, wenn zahlreiche Gäste den Garten besuchen wollten. Es würde dort auch verkehrstechnische Probleme auf der schmalen Straße geben.

Westermann: Keine positive Rückmeldung an Müller

CDU-Ratsherr Günter Westermann hatte sich zuvor über die Äußerung Georg Müllers, der in Bezug auf den Dummbäke-Standort "überwiegend positive Rückmeldungen von den im Rat vertretenen Parteien" erhalten habe. "Von uns hat er die nicht bekommen", erklärte Westermann und wies auf viele ungeklärte Fragen hinsichtlich dieses Projekts hin. Dabei ging es nicht nur um die Zufahrt über den Weg Am Kamphusmoor und um den feuchten Untergrund. Es sei auch noch nicht darüber gesprochen worden, wie der Heckengarten gepflegt und wie teuer das Projekt insgesamt werden soll.

Vorschlag Bassumer Weg

SPD-Ratsherr Rolf Oetken findet die Idee eines Heckengartens nicht schlecht – allerdings nicht an der Dummbäke. Eine bessere Anbindung gebe es möglicherweise am Bassumer Weg, übermittelte er einen Vorschlag von SPD-Fraktionschef Werner Brakmann.

Freie Wähler: Verstreut oder zentral

Auch die Freien Wähler sind mit dem Standort Birkenheide nicht zufrieden. "So wie Georg Müller das gerne haben möchten, tragen wir das nicht mit", sagte Volker Schmidt: "Auf dem Weg Am Kamphusmoor ist kein Gegenverkehr möglich." Und wenn Busse dort fahren sollten, sei der Weg hinüber. Schmidts Vorschlag: entweder verstreute Hecken in der gesamten Gemeinde oder zentral in Ganderkesee oder Bookholzberg.

FDP: Besser bei vorhandener Infrastruktur

Auch FDP-Ratsherr Jürgen Struthoff favorisiert einen Standort mit bereits vorhandener Infrastruktur. Man solle einen Heckengarten mit anderen touristischen Zielen kombinieren. Er bezweifele, ob ein Heckencenter alleine Touristen anziehen würde. Im Übrigen verwies er auf ungeklärte Fragen zu Kosten und Pflege.

UWG will weitere Flächen prüfen lassen

Hella Dietz, neue Ratsfrau der UWG, favorisiere zwar einen Bookholzberger Standort beim Berufsförderungswerk, fragte aber nach weiteren Flächen in der Gemeinde, die man noch mit einbeziehen könnte. Kommentar von Peter Meyer, Fachbereichsleiter Gemeindeentwicklung, "Wir bemühen uns, weitere Flächen zusammenzubekommen. Wir sind aber weit davon entfernt, an anderer Stelle einen Standort zu finden."

Beim RUZ Hollen geht nicht

Die Verwaltung hatte bereits Flächen beim Regionalen Umweltzentrum (RUZ) in Hollen näher unter die Lupe genommen, am Ende aber ein Nein von den Eigentümern erhalten. Geprüft wird laut Verwaltung derzeit noch eine Fläche auf dem Gelände des Berufsförderungswerks. Details gebe es noch nicht.