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100 Jahre Atlas GmbH Tag der offenen Tür zieht Tausende ins Ganderkeseer Atlas-Werk

Von Birgit Stamerjohanns | 19.05.2019, 19:25 Uhr

Der Ganderkeseer Baggerhersteller Atlas hat am Sonntag sein 100-jähriges Bestehen mit einem großen Fest für Mitarbeiter, Zulieferer und Angehörige gefeiert. Unter den rund 5500 Besuchern waren auch zahlreiche Rentner, die den Tag nutzten, um noch einmal an ihrer alten Wirkungsstätte vorbeizuschauen.

Dieter Bahl hat seine Familie um sich geschart und erklärt wortreich. Vor ihm stehen verschiedene Kabinen, die irgendwann auf Bagger oder Krane montiert werden. Bahl kennt die Details, er weiß, wo welche Kabine hergestellt wird und wie die Prozesse in der riesigen Werkhalle laufen.

Der Ganderkeseer hat zwischen 1977 und 2000 in der Qualitätssicherung bei Atlas gearbeitet. „Genau hier, in dieser Halle“, sagt er. Beim Tag der offenen Tür anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Firma hatte er gestern in Ganderkesee die Gelegenheit, seiner Frau, seinem Sohn, der Schwiegertochter und den beiden Enkeln zu erklären, worauf er damals achten musste.

„Die Geräte sehen heute anders aus, hier stehen viel mehr Regale“, sagt Bahl und sieht sich um, „dort hinten war früher der Motorenbau, der ist auch nicht mehr da.“

Schöne Zeit bei Atlas verlebt

Eine schöne Zeit sei das gewesen, damals, bei Atlas. Familie Bahl ist eine von Hunderten, die den Tag der offenen Tür für eine Besichtigung nutzen. Für ehemalige Mitarbeiter ist dieser Geburtstag die Chance, viele ehemalige Kollegen wiederzutreffen und sich an die guten alten Zeiten zu erinnern.

Nicht nur die Werkhallen mit ihren Montagelinien sind für die Gäste geöffnet, auch auf dem Freigelände des Werks an der Atlasstraße lässt sich vieles entdecken. Wer will, darf einmal einen Bagger steuern, es gibt Torwandschießen, Rundfahrten über das Firmengelände und natürlich zahlreiche Stände mit Grillwurst, Eis und Getränken. Wer mag, kann Torwart spielen und Bälle abwehren, die ein Bagger mit der Schaufel aufs Tor schießt.

Richtige Familiensause

Geschäftsführer Brahim Stitou hat sich eine richtige Familiensause gewünscht – und bekommen, und das auch noch zumindest bis zum frühen Nachmittag bei bestem Wetter. Entsprechend strahlt Stitou, während er am Eingang des Werks Hände schüttelt, Glückwünsche und Geschenke entgegennimmt. Ein paar Meter weiter steht Hermann Scetarit und lichtet mit der mitgebrachten Kamera die ersten Geräte ab, die bei Atlas produziert wurden. Kleine Hacken und Bagger, die aus heutiger Sicht vorsintflutlich anmuten.

Hermann Scetarit hat von 1958 bis 1998 im Atlas-Werk in Delmenhorst gearbeitet. „Ich habe früher noch Heuaufzüge eingebaut, später war ich auch in der Baggerherstellung“, erinnert sich der Schierbroker.

Als der Rücken nicht mehr mitmachte, wechselte er in die Kontrolle. „Man hat nichts auszustehen gehabt“, so der 81-Jährige lachend. Seit 20 Jahren genießt er nun seine Rente, aber die Entwicklung bei Atlas interessiere ihn natürlich immer noch, so Scetarit. Auch heute sind zahlreiche Mitarbeiter seit Jahrzehnten in dem Unternehmen tätig – nicht zuletzt Firmenchef Brahim Stitou selbst.

Nicht nur die momentan 650 Mitarbeiter und ihre Familien sowie ehemalige Beschäftigte sind zum Tag der offenen Tür eingeladen worden, sondern auch Zulieferer. Frank Wiemeyer arbeitet für das Unternehmen Plogmann, das das Atlas-Werk in Vechta mit Werkzeugen beliefert.

„Ich bin zum ersten Mal hier im Ganderkeseer Werk und wirklich sehr begeistert“, sagt Frank Wiemeyer, „vor Ort wird einem erst einmal klar, wie individuell die Baggerproduktion hier läuft.“

Kollege Frank Eichholz hat seinen Sohn Henrik mit nach Ganderkesee genommen. Nach dem Rundgang durch das Werk weiß der Kleine nun ganz genau, welche Teile Papas Firma für den Baggerproduzenten herstellt.