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120 Feuerwehrleute im Einsatz Großfeuer in Neerstedter Müllumschlagstation ausgebrochen

Von Thorsten Konkel und Marco Julius | 01.05.2019, 00:16 Uhr

Ein Großfeuer ist am Dienstagabend in der Neerstedter Müllumschlagstation ausgebrochen.

Kurz nach 20 Uhr war die Freiwillige Feuerwehr Kirchhatten zunächst wegen eines Flächenbrandes an die Einsatzstelle an der Kirchhatter Straße 8 gerufen worden. Schon bei der Anfahrt wies den Einsatzkräften eine weithin sichtbare Rauchsäule den Weg. Beim Eintreffen der Feuerwehr stand auf dem Hof der Müllumschlagstation ein riesiger Haufen Recyclingmüll in Flammen. Nach dem Eintreffen stellten die Einsatzkräfte bei einer ersten Lageerkundung fest, dass das Feuer akut auf eine direkt angrenzende und mit Altpapier gefüllte Halle überzugreifen drohte. Auch ein Bagger sowie eine maschinelle Schredderanlage waren durch das Feuer in Gefahr. Die Ortsfeuerwehren Brettorf und Wildeshausen wurden daraufhin zusätzlich zum Einsatzort gerufen.

Die Feuerwehr baute umgehend mehrere Riegelstellungen zu der Halle und den Maschinen auf, wodurch letztlich ein Übergreifen der Flammen verhindert werden konnte. Mit dem Neerstedter Schlauchwagen wurde eine Wasserversorgung aus nahegelegenen Gewässern und von einem Hydranten aus aufgebaut.

Wegen des Ausmaßes des Feuers wurden die Ortsfeuerwehren aus Dötlingen, Brettorf, Neerstedt und der Stadt Wildeshausen nachalarmiert. Zur Eindämmung der Brandes wurden schließlich neben diversen Strahlrohren auch mehrere Wasserwerfer und die Wildeshauser Drehleiter eingesetzt." Da bei den Löscharbeiten zahlreiche Atemschutztrupps zum Einsatz kamen, rückte auch der Gerätewagen Atemschutz der Feuerwehrtechnischen Zentrale aus Ganderkesee an", sagte Jannis Wilgen, Pressewart der Ortsfeuerwehr Dötlingen.

Rund 120 Einsatzkräfte kämpften mit 19 Fahrzeugen gegen die Flammen. Mit einem Bagger wurde der Müll auseinandergezogen und abgelöscht.

Im Verlauf der Nachlöscharbeiten setzte die Feuerwehr schweres Gerät in Form eines Baggers und zwei Radladern ein. Mit diesen wurden die Sperrmüllreste auseinandergezogen und Glutnester abgelöscht.

Die Verpflegung der Einsatzkräfte übernahm ein knappes Dutzend an Helfern der Schnell-Einsatz-Gruppe der Malteser Wildeshausen. Neben Getränken wurde während des kräftezehrenden Einsatzes auch eine warme Mahlzeit bereitgestellt.

Insgesamt waren 120 Feuerwehrleute mit 19 Fahrzeugen am Einsatzgeschehen beteiligt. Die Nachlöscharbeiten dauerten bis in die frühen Morgenstunden an. Am 1. Mai um 4.11 Uhr konnten die letzten Einsatzkräfte wieder einrücken. Verletzt wurde bei dem Brand niemand. Die Brandursache auf dem Betriebshof derVerarbeitungsanlage für Sperrmüll ist bislang unbekannt. Das Feuer vernichtete laut Polizei auch eine neuwertige Schredderanlage. Durch Hitzeeinwirkung wurde die Fassade der66 x 33 m großen Stahlbauhalle beschädigt. Der Gesamtschaden beträgt nach erster Schätzung mehrere hunderttausend Euro . Die Ermittlungen zur Brandursache dauern an.