Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Lärmschutz an der Bahn in Hude An langer Wand in Wüsting bleibt Bahnlärm hängen

Von Reiner Haase | 20.05.2019, 20:50 Uhr

Bahnlärm wird künftig in Wüsting von Schallschutzwänden abgefangen. Die Arbeiten beginnen jetzt und sollen im Oktober 2019 abgeschlossen sein. Laut Bahn werden jetzt 3,5 Millionen Euro investiert.

Ja doch: Güterzüge sind leiser geworden. Das bestätigte sich am Montag in Wüsting, als Manuela Herbort in einer Feierstunde am Bahnhof die Zeichen für mehr Lärmschutz an der Bahn auf Grün stellte. Die Konzernbevollmächtigte für Bremen und Niedersachsen musste ihre Rede über das Lärmschutzprogramm der Bahn und des Bundes allgemein und den Bau von mehr als 2,3 Kilometern Lärmschutzwand in Wüsting nicht unterbrechen, obwohl ein Autotransportzug nur ein paar Meter hinter ihr Richtung Oldenburg brauste. "Wir tun eine Menge, um die Schiene attraktiv zu machen, und das funktioniert, wenn die Züge leiser werden", stellte Herbort fest.

Verkehr auf die Schiene

Leisere Züge, deren Räder auf Kunststoffsohlen über die eisernen Schienen rollen und so Lärmschutz an der Quelle bewirken, sind das eine, Schallschutz durch Wände entlang der Bahntrassen oder durch passiven Schutz an Wohnhäusern mit dämmenden Fenstern in Bereichen, wo sich der Bau der Lärmschutzwand nicht rechnet, das andere Thema der Zeit. "Wir wollen mehr Verkehr von der Straße auf die Schiene und mehr Verkehr von der Schiene aufs Schiff bringen", betonte Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär im Verkehrsministerium, am Montag beim symbolischen Start des Baus zweier Schallschutzwände in Wüsting. "Wir brauchen eine Stimmung pro Bahn, denn die Bahn ist das Verkehrsmittel des 21. Jahrhunderts", ergänzte der CDU-Politiker. Ferlemann wusste sich einig mit den hiesigen Bundestagsabgeordneten Susanne Mittag (SPD), Astrid Grotelüschen (CDU) und Christian Dürr (FDP), die den Baustart in Wüsting mitfeierten.

9,3 Millionen für Hude

Der Bund stellt laut Ferlemann in diesem Jahr bundesweit 150 Millionen Euro für den Lärmschutz an bestehenden Schienenwegen zur Verfügung. Im zweiten Lärmschutz-Bauabschnitt in der Gemeinde Hude mit dem Projekt in Wüsting werden bis voraussichtlich Oktober 3,5 Millionen Euro verbaut. Der erste Bauabschnitt mit Maßnahmen im Kernort Hude war mit 2,5 Millionen Euro dotiert. Wenn voraussichtlich im Jahr 2021 der dritte Bauabschnitt mit einer Lärmschutzwand entlang der Trasse Richtung Nordenham abgeschlossen ist, sind 9,3 Millionen Euro in die Gemeinde Hude geflossen.

Störender Baulärm

"Bauen verursacht Lärm", stellte Bahn-Sprecherin Herbort klar. Sie bat die betroffenen Anwohner um Verständnis. Es müsse vom Gleis aus gebaut werden, nachts und an Wochenenden mit möglichst wenig Störung des Bahnverkehrs.

Schutz auch fürs Rathaus

"Man kann sich immer mehr wünschen. Aber das Erreichte ist gut", stellt Dieter Holsten fest. Der Huder ist seit vielen Jahren im Fahrgastforum Pro Bahn aktiv und hat sich als Sprecher der hiesigen Initiativen engagiert für den Lärmschutz eingesetzt. "Was wir kriegen, ist mehr, als man erwarten konnte", ergänzt Martina Schneider, die Leiterin des Fachbereichs Gemeindeentwicklung. Sie freut sich, dass auch sie und die anderen im schlecht gedämmten Rathaus Beschäftigten von den Investitionen in den Lärmschutz profitieren, denn im dritten Bauabschnitt beginnt der Bau der Lärmschutzwand in etwa in Höhe des Feuerwehr- und des Rathauses.

Drei-Meter-Wand

Bürgermeister Holger Lebedinzew rief am Montag in Erinnerung, dass eine ganze Reihe Wüstinger der drei Meter hohen Lärmschutzwand "den freien Blick von Nord nach Süd und umgekehrt" vorgezogen hätten. "Aber man muss sich entscheiden", so Lebedinzew, "die neun Millionen für Hude sind gut angelegtes Geld."