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Als Helfer in Oberösterreich Dötlinger Feuerwehrmann kämpft in Österreich gegen Schneemassen

Von Thorsten Konkel | 15.01.2019, 18:25 Uhr

Wie rasch für einen ausgebildeten Feuerwehrmann aus einem kurzweiligen Verwandtenbesuch ein gefahrvoller Rettungseinsatz werden kann, das hat der Dötlinger Brandschützer Klaas Ehmen jetzt beim Familienbesuch in der Gemeinde Grünburg (Oberösterreich) erlebt.

Aufgrund extremer Schneefälle ist für die Feuerwehren des gesamten Bezirks Kirchdorf kurzerhand der Katastrophenfall ausgelöst worden, da große Gefahr drohte: Dem hohen Schneedruck hätten zahlreiche Häuser nicht länger Stand gehalten. Mehr als 1300 Einsatzkräfte wurden rasch mobilisiert, um die enorme Last von den Dächern zu schaufeln – unter ihnen auch der freiwillige Helfer aus Dötlingen.

„Alles begann damit, dass ich mir das Feuerwehrhaus der Freiwilligen Feuerwehr Grünburg ansehen wollte und deshalb das Gespräch mit einem Mitglied der Wehr suchte“, so Ehmen. Doch anstatt des erhofften Rundgangs fand sich der Dötlinger unerwartet mitten im Katastropheneinsatz: „Du kommst erst einmal mit zum Schneeschippen, morgen früh um 6 Uhr geht’s los“, bekam er zu hören. Was zunächst nach einem Scherz klang, wurde am Sonntag zum echten Katastropheneinsatz.

„Jede helfende Hand wurde benötigt, ein Wettlauf gegen die Zeit“, berichtete Ehmen gestern. Am Sonntag wurde der 27-jährige von der Feuerwehr eingekleidet – inklusive eines für ihn angepassten Klettergurtes, um sich auf den rutschigen Dächern zu sichern. Im Anschluss machten sich die mit Schneeketten ausgerüsteten Feuerwehrfahrzeuge auf den Weg ins Einsatzgebiet nach Rosenau am Hengstpass.

Vor Ort kaum vorstellbare Schneemassen

Erst dort wurde dem Dötlinger Feuerwehrmann das ganze Ausmaß der Katastrophe bewusst: „Es war mehr Schnee gefallen, als ich jemals zuvor in meinem Leben gesehen hatte“, sagt er.

Rund acht Stunden lang befreiten die Helfer allein am Sonntag die Dächer mit Aluschaufeln und sogenannten „Schneehexen“ von der Last. Mit speziellen Schneidwerkzeugen wurden Schneeblöcke abgestochen, um diese dann auf Planen vom Dach rutschen zu lassen. Beeindruckt zeigt sich Ehmen von der Unterstützung der Bevölkerung für die Retter: „Die Menschen sind sichtlich dankbar und stellen warme Getränke an jeder Einsatzstelle bereit.“ Generell habe die Versorgung der Helfer hervorragend geklappt.

Weil die Grünburger Feuerwehr inzwischen von ihrem langen Einsatz abgelöst worden ist, klappte es für Ehmen am Ende doch noch mit der Besichtigung des Grünburger Feuerwehrhauses – und mit dem geplanten Besuch der eigenen Verwandschaft.