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Umweltfrevel in Schönemoor Ärger über immer mehr Müll und Verkehr in der Natur

Von Thomas Deeken | 19.01.2019, 10:31 Uhr

Martin Faqeri ist verärgert. Auf der Strecke Horster Weg und Moorgrabendeich zwischen Delmenhorst und Schönemoor gibt es immer mehr Müll, Fahrzeuge und Vandalismus.

Martin Faqeri schlägt Alarm. Denn auf seinen regelmäßigen Spaziergängen, Jogging- und Radtouren über Horster Weg und Moorgrabendeich zwischen Delmenhorst und Horster Brücke in Schönemoor hat der 39-Jährige in jüngster Zeit immer mehr Müll in der Natur entdeckt. Außerdem würden verbotenerweise vermehrt Fahrzeuge die insgesamt 2,1 Kilometer lange Strecke am Randgraben entlang nutzen. Sogar Schwerlastverkehr habe er dort vor wenigen Tagen gesehen und auch gefilmt. Grund genug für den Heider, über Facebook die Initiative "Rettet den Horster Deich" ins Leben zu rufen. Dabei sei es das Ziel, die problematische Situation öffentlich zu machen und etwas gegen die Missstände in der Natur zu tun.

Von Medikamenten bis Sperrmüll

Faqeri, der selbst nur wenige 100 Meter entfernt von der Horster Brücke am Hülsenweg wohnt, fallen inzwischen nicht nur zahlreiche blaue Säcke mit Unrat auf. Immer wieder werde Sperrmüll in die Landschaft geworfen. "Ich habe außerdem einen Sack mit Medikamenten gefunden und offene Thunfischdosen von Anglern, an denen sich Tiere verletzen können", klagt der 39-Jährige. Er habe auch schon Autoreifen entdeckt und sogar einen Mopedfahrer beim Ölwechsel beobachtet. Und als er vor Kurzem einen Autofahrer angehalten und angesprochen habe, habe der von einer "ökonomischen Strecke" gesprochen. Schließlich würde er durch die Abkürzung Sprit sparen. "Mit dieser Idiotie muss Schluss sein", sagt Faqeri, der zwischendurch auch selbst Müll aufsammle und zur Mülltonne bringe. Das sei allerdings bei den großen Teilen nicht möglich.

Viele Fahrzeuge auch noch zu schnell

Der Heider kritisiert auch den zunehmenden Vandalismus, wenn dort beispielsweise Sitzbänke beschmiert werden. Außerdem verschlechtere sich der Zustand des Weges immer mehr, weil viele Fahrzeuge dort auch noch deutlich schneller als die vorgeschriebenen 20 Stundenkilometer unterwegs seien und sich die Zahl der Schlaglöcher vergrößern würde.

Verbots- und Hinweisschilder

Zur Situation vor Ort: An der Ecke Moorgrabendeich/Ochsenweide nahe der Horster Brücke steht das Verkehrsschild "Durchfahrt für Krafträder und Autos verboten", zusätzlich "Anlieger frei". Auf der Delmenhorster Seite, rund 200 Meter nach der Einfahrt zu Atlas, stehen diese Verkehrszeichen ebenfalls, dazu "Tempo 20", "Anleinpflicht für Hunde" und "Landschaftsschutzgebiet".

Für Häger Müllproblem bekannt

Für SPD-Ratsherr Heinz-Peter Häger, der in der Nähe zu Hause ist, sei die Lage mit dem stärkeren Verkehr neu. Das Müllproblem sei dagegen schon längere Zeit bekannt. Dort seien sogar schon Waschbecken und andere sanitäre Gegenstände gefunden worden. Gemeinsam mit dem Orts- und Verkehrsverein Schönemoor habe er dann den Landkreis informiert, damit der Müll entsorgt wird.

Polizei will überprüfen

Der Polizei sei die Verkehrssituation dort bislang ebenfalls nicht bekannt, sagte Polizeisprecher Albert Seegers auf Anfrage. "Wir werden aber künftig den Bereich über den Streifendienst näher beobachten und überprüfen, wer dort fahren darf und wer nicht." Gebe es keine Erlaubnis, sei das eine Ordnungswidrigkeit. "Und das werden wir ahnden", so der Polizeisprecher.