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Junger Harpstedter vor Gericht Polizei stellt Waffensammlung im Handschuhfach sicher

Von Ole Rosenbohm | 21.01.2019, 13:35 Uhr

Er sei mal verprügelt worden, begründete der 19-Jährige aus Harpstedt den Waffenbesitz, für den er sich jetzt vor dem Jugendgericht des Amtsgerichtes Wildeshausen verantworten musste.

Bei einer Kontrolle seines Autos im Juni 2018 hatte die Polizei bei dem eher unscheinbar aussehenden Mann ohne strafrechtliche Auffälligkeiten gleich eine kleine Waffensammlung gefunden – darunter ein feststehendes Messer mit einem Schlagring-Griff. Weil dieses verboten ist, verurteilte ihn das Gericht den Angeklagten nach dem Jugendstrafrecht wegen vorsätzlichen Verstoßes gegen das Waffengesetz zu einer Zahlung von 100 Euro an „Brücke e.V. Wildeshausen“.

Angeklagter: Messer zum Selbstschutz mitgeführt

Die „schlechten Erfahrungen“ von damals hätten ihn veranlasst, das Messer zu bestellen, obwohl er geahnt habe, dass es verboten sein könnte, erklärte er. Damit habe er sich eines „Eventualvorsatzes“ schuldig gemacht, sagte die Richterin: „Sie nahmen billigend in Kauf, dass das Messer verboten ist.“

Für seine vermeintliche Sicherheit hatte der junge Mann auch noch ein nicht verbotenes Jagdmesser und einen Teleskopschlagstock im Handschuhfach liegen. Letzterer darf zwar besessen werden – das Mitführen im Auto, oder sonst außer Haus, ist eine Ordnungswidrigkeit, die in diesem Verfahren aber keine Rolle spielte.

Schlagwaffen werden von Amts wegen vernichtet

Die Staatsanwaltschaft hatte 200 Euro Geldbuße beantragt. Die Richterin halbierte den Betrag, weil sich der Angeklagte geständig zeigte und sich zudem mit der Vernichtung durch die Staatsanwaltschaft von Schlagring-Messer und Schlagstock ohne weitere gerichtliche Entscheidung einverstanden erklärt hatte. Damit habe er deutlich gemacht, sein Unrecht eingesehen zu haben und zudem der Staatskasse Kosten erspart. Allerdings machte die Richterin auch klar, dass der 19-Jährige bei einer Verurteilung nach Erwachsenenstrafrecht „nicht so glimpflich davon gekommen“ wäre.