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Thema im Landwirtschaftsausschuss Dummbäke-Standort für Ganderkeseer Heckengarten favorisiert

Von Thomas Deeken | 26.02.2019, 07:48 Uhr

In der Gemeinde Ganderkesee soll ein Heckengarten angelegt werden – als Forschungs- und Dokumentationszentrum sowie als touristisches Ziel. So ist derzeit der Stand der Planungen.

Ganderkesees Wallhecken-Experte Georg Müller und die Gemeinde Ganderkesee favorisieren nach wie vor das Grundstück an der Dummbäke westlich der Birkenheider Straße für den geplanten Heckengarten, der mal Forschungs- und Dokumentationszentrum sowie touristisches Ziel werden könnte. Das geht aus einer Mitteilung der Verwaltung zur nächsten Sitzung des Ausschusses für Landwirtschaft, Umwelt- und Klimaschutz hervor. Die Ausschussmitglieder tagen am Mittwoch, 27. Februar, ab 18 Uhr im Rathaus.

Zuletzt Kritik an Standort und Kosten

In den jüngsten Diskussionen hatte es eine Reihe von kritischen Anmerkungen seitens der Ratsfraktionen gegeben. Dabei ging es vor allem um die Kosten des Projekts und um den Standort. Rund 540.000 Euro, die nach Angaben von Carsten Wünker, Umweltbeauftragter der Gemeinde derzeit vorgesehen sind, halten einige Ausschussmitglieder wie FDP-Fraktionschefin Marion Daniel und Volker Schmidt von den Freien Wählern für zu hoch. Darauf reagierte Hecken-Experte Müller, für das Projekt könnte es bis zu 65 Prozent Zuschüsse geben. Rein theoretisch seien sogar bis zu 80 Prozent drin, weiß Wünker.

In Hollen werden alle Flächen gebraucht

Als Alternativstandort hat die Verwaltung inzwischen das Umfeld des Regionalen Umweltzentrums (RUZ) Hollen untersucht. Dort wären Synergieeffekte – insbesondere im Bereich der Umweltbildung – zu erwarten, so das Argument. Allerdings werden laut Verwaltung alle Flächen im Umfeld des RUZ landwirtschaftlich genutzt. Die Eigentümer hätten auf Nachfrage mitgeteilt, dass sie auf keine der dort in Betracht gezogenen Flächen verzichten könnten.

Fläche bei Stedingsehre wird geprüft

Geprüft werde derzeit auch noch eine Fläche, die sich westlich an das Gelände des Berufsförderungswerks (BfW) in Bookholzberg anschließt und sich ganz in der Nähe des geplanten Info- und Dokumentationszentrums Stedingsehre befindet . Zu Fuß sei dieser Standort über die Jasminstraße erreichbar. Es gebe derzeit allerdings noch keine Informationen darüber, ob die Fläche auch für einen Heckengarten verfügbar ist.

Inzwischen hat Müller eigenen Angaben zufolge überwiegend positive Rückmeldungen aus der Politik zum 1,4 Hektar großen und gemeindeeigenen Standort an der Dummbäke erhalten. Um die Kosten gerade in der Anfangsphase des Projekts gering zu halten, regt er an, den Zugang von der überwiegend nur schwach frequentierten Gemeindestraße Am Kamphusmoor zu planen. Parkplätze könnten anfangs in Längsaufstellung am Fahrbahnrand angeboten werden, Busse könnten den Bereich ebenfalls gut erreichen. Sollte der Bedarf an Parkplätzen mittel- und langfristig zunehmen, könnte ein Teil des gemeindeeigenen Grundstückes zwischen Straße und Wasserzug Fahrzeugflächen genutzt werden. In den Heckengarten würde man dann zu Fuß über die Dummbäke kommen. Damit könnte ein aufwendiger Zugang von Norden entfallen.

Hecken in 53 Formen

Im Rathaus, insbesondere von Bürgermeisterin Alice Gerken, wird der Heckengarten als einzigartig mit Potenzial eingestuft, Laien und Besucher aus der Fachwelt in die Gemeinde zu locken, als „Leuchtturm“ für Besucher von nah und fern. Möglich sind insgesamt 1,17 Kilometer lange Hecken in 53 Formen. Sobald die Standortfrage geklärt ist, kann das Projekt laut Wünker umgesetzt werden.

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