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Aktion "Bienenglück Ganderkesee" Bei Ganderkesee entsteht Experimentierfeld für Insektenschutz

Von Reiner Haase | 24.04.2019, 20:55 Uhr

Nach erfolgreicher Sponsorensuche beginnt jetzt die Arbeit am Lehrpfad "Bienenglück Ganderkesee". Die Initiatoren rechtfertigen den Sponsoring-Preis von einem Euro pro Quadratmeter mit dem hohen Aufwand, der für das auf Kleinteiligkeit und Langfristigkeit angelegte Projekt erforderlich ist.

Das Projekt „Bienenglück Ganderkesee“ ist einem ersten Resümee der Initiatoren erfolgreich gestartet – und gleichzeitig wird die Kritik laut, es handele sich um „Geschäftemacherei und Öffentlichkeitstäuschung mit dem Leid der Insekten“. Der Ganderkeseer Siegfried B. Haberer, einst für den Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND)) aktiv, ist nach eigenem Bekunden enttäuscht und missmutig, weil „Bienenglück“- Projekte andernorts in Deutschland für viel weniger Geld pro Quadratmeter angeboten werden, laut Haberer vom Bayerischen Bauernverband zum Beispiel für 20 Cent. Zehn Cent seien kostendeckend. Fürs „Bienenglück Ganderkesee“ werden Paten mit einem Sponsoring-Preis von einem Euro pro Quadratmeter umworben.

Ambitioniertes Projekt

„Schade, dass Herr Haberer sich nicht vorher bei uns erkundigt hat“, sagt der Landschaftsökologe Dr. Klaus Handke, der das Ganderkeseer Projekt mit dem Landwirt Onno Osterloh und dem Imker Franz Winzinger initiiert hat. Für die einfache Jägermischung, die in den letzten Jahren vielfach für einjährige Blühstreifen an Feldrändern ausgebracht worden ist, komme man vielleicht mit zehn Cent hin, das bestätigt auch Landwirt Osterloh. „Unser Projekt ist viel ambitionierter“, stellt Handke klar. „Das wird ein Lehrpfad für die Bürger“, bekräftigt Osterloh.

Kleinteilige Saatflächen

Nach nicht einmal drei Wochen Sponsorensuche ist gesichert, dass in Kürze auf einer mindestens fünf Fußballfelder großen Fläche bisherigen Ackerlands zwischen dem Bürsteler Fuhrenkamp und der Dummbäke blühende Pflanzen eingesät werden, einzelne Flächen mit verschiedenen mehrjährigen heimischen Saatgutmischungen. „Je kleinteiliger, desto teurer“, so Handke, „aber unser Projekt ist prinzipiell auf Kleinteiligkeit und Landfristigkeit angelegt.“

Gestaltung in Handarbeit

Das Ausbringen von Saatgut soll nur der Anfang der Gestaltung einer Heimstatt für viele Pflanzen-und Insektenarten sein. Per Hand werden Stauden und Sträucher gepflanzt. Totholz wird aufgeschichtet, eine Fläche wird als Biotop für Sand- und Grabwespen kräftig gesandet. Insekten sollen sich mit heimischen Pflanzen und Pflanzengemeinschaften über mehrere Jahre ungestört entwickeln können. „Wir legen Wege an und stellen Schilder auf. Auch ein Flugblatt wird zur Aufklärung beitragen“, kündigt Handke an.

Erfahrungen sammeln

Der Landschaftsökologe Handke will in den nächsten Jahren dokumentieren, wie sich die Flächen aus biologischer Sicht entwickeln. Der Imker und Hautflüglerexperte Winzinger kann sein Wissen und seine Beobachtungen beisteuern. „Wir wollen aus den Erfahrungen Nutzen für künftige Projekte ziehen“, erklärt Handke. Weitere Sponsoren sind nötig, damit das „Bienenglück“-Projekt gedeiht und im Herbst ausgeweitet werden kann. Mehr Informationen können per Mail an bienenglueck@hof-osterloh.de angefordert werden.