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25-Jähriger vor dem Landgericht Prozess nach Messerangriff in Ganderkeseer Flüchtlingsheim startet

Von Ole Rosenbohm | 24.01.2019, 10:31 Uhr

Unter Ausschluss der Öffentlichkeit hat am Mittwoch am Landgericht Oldenburg der Prozess gegen einen 25-Jährigen aus Ganderkesee stattgefunden.

Richter Horst Kießler hatte nach Verlesung der Anklage die Öffentlichkeit auf Antrag der Verteidigung ausgeschlossen. Nicht unüblich in einem Verfahren, in dem für den Angeklagten eine Einweisung in die Forensik in Betracht kommt. Im Prozess würden schützenswerte Belange des Beschuldigten thematisiert, begründete der Richter die Entscheidung. Die Anklage: gefährliche Körperverletzung. Zugetragen hatten sich die Vorfälle in einem Flüchtlingsheim in Ganderkesee. Der Beschuldigte war einer der Bewohner. Der Fall, geschehen am 10. August 2018, erst in der Nacht um 2.15 Uhr, dann zur Mittagszeit, hat das Gericht zwei Prozesstage lang beschäftigt.

Der 25-Jährige hatte laut Anklage ein Messer gezogen, gedroht und sein Opfer mit Faustschlägen traktiert. Später drang er laut Anklage in ein anderes Zimmer ein, stach mit einem Küchenmesser mit elf Zentimeter langer Klinge auf ein weiteres Opfer ein.

Vier Stiche trafen die Unterarme – vermutlich hatte das Opfer das Messer abzuwehren versucht, Einer ging in den Oberschenkel. Ein Dritter Beteiligter warf sich auf ihn. Nach Auskunft von Gerichtssprecherin Melanie Bitter legte der Beschuldigte ein Geständnis ab.

Allerdings folgte das Gericht der Anklage in soweit nicht, als diese im zweiten Fall eine sogenannte „lebensgefährliche Behandlung“ angenommen hatte. Dafür reichten aber die Stiche in Arm und Bein nicht aus. Verurteilt wurde der 25-Jährige letztlich wegen gefährlicher Körperverletzung in einem nicht schuldfähigen Zustand.

Gericht: Angeklagter ist eine Gefahr für andere

Die Unterbringung nach Paragraf 63 des Strafgesetzbuches in der geschlossenen Anstalt bestimmte das Gericht wegen der psychischen Erkrankung des Beschuldigten. Er sei eine Gefahr für andere.

Die Strafvollstreckungskammer wird nun jährlich entscheiden, ob sich an seiner Gefährlichkeit etwas geändert hat. Kommt sie zum gegenteiligen Urteil, bleibt der 25-Jährige für mindestens ein weiteres Jahr in der geschlossenen Anstalt.